Im Folgenden geben wir dir einen Überblick, wo die Unterschiede und wo die Gemeinsamkeiten liegen, was die Kosten, die Nebenkosten und auch den Ablauf an geht.
1. Kosten bei Hausbau und Hauskauf
Ein wichtiger Unterschied bezüglich der Kosten von Hausbau und Hauskauf betrifft die Planungssicherheit.
- Wenn du eine Bestandsimmobilie erwirbst, verhandelst du den Kaufpreis und es wird ein Kaufvertrag aufgesetzt.
- Beim Hausbau hingegen kann sich die Lage Kostenlage während der Bauzeit verändern. Insbesondere bei selbst geplanten Häusern kann der Neubau am Ende deutlich teurer werden als geplant. Zudem kann es sein, dass du während des Innenausbaus neue und ggf. kostspielige Ideen entstehen. Vom Parkett über die Fußleisten bis hin zur Badausstattung schlägt sich jede Entscheidung und Änderung im Preis nieder. Vielleicht möchtest du dein Haus doch besser sichern als ursprünglich geplant – oder du überdenkst die Raumaufteilung. All diese Aspekte können die Bauzeit verlängern und die Kosten erhöhen.
Was ist teurer: Hauskauf oder Hausbau?
Diese Frage lässt sich nur fair beantworten, wenn wir Äpfel mit Äpfeln vergleichen. Bei vergleichbarer Lage, Haustyp und Größe von Grundstück und Haus, ist der Neubau oft teurer. Gleichzeitig punktet das neu gebaute Haus in den ersten Jahren der Nutzung mit niedrigeren Nebenkosten. Im Neubau verbrauchst du normalerweise weniger Energie, da das Haus gut bzw. i. d. R. besser gedämmt ist. Zudem fallen in den ersten Jahren wenige teure Reparaturen an. Selbst wenn du dem Hausbau den Zuschlag gibst, beeinflussen weitere Entscheidungen die Kosten. Mit einem Bauträger zu bauen kommt günstiger, als in Eigenregie mit einem Architekten das ausgefallene Traumhaus zu planen.
Beim Kauf einer Bestandsimmobilie hängt der Preis stark von Angebot und Nachfrage ab – und vom Verhandlungsgeschick der Beteiligten. Bezüglich der Energiekosten muss ein älteres Gebäude keinen Nachteil bedeuten. Wurde das Haus bereits mit moderner Technik gebaut, kannst du auch in einer Bestandsimmobilie von niedrigen Heizkosten profitieren.
2. Nebenkosten bei Hausbau und Hauskauf
Neben dem Kaufpreis für das Haus fallen hohe Nebenkosten der Baufinanzierung als Prozentsatz des Kaufpreises an. Die genaue Höhe hängt von verschiedenen Aspekten ab. Folgende Kosten fallen an, egal ob du kaufst oder baust:
- Grunderwerbsteuer: Wie viel Grunderwerbsteuer du zahlen musst, hängt davon ab, in welchem Bundesland dein Haus liegt. Je nach Bundesland liegen diese zwischen 3,5 und 6,5 prozent des Kaufpreises.
- Notarkosten beim Hauskauf: Der Notar bzw. die Notarin fordert eine Gebühr von ungefähr einem Prozent, um den Kaufvertrag rechtsgültig abzuwickeln. Dazu kommt noch ein halbes Prozent für die Eintragung ins Grundbuch.
- Hat dir ein Makler oder eine Maklerin das Grundstück oder Haus vermittelt, fällt zusätzlich eine Maklerprovision. Diese zahlen hälftig Käufer und Verkäufer.
Entscheidest du dich für den Bau, musst du mit weiteren Nebenkosten rechnen. Dazu zählen beispielsweise:
- Kosten, um das Grundstück vermessen zu lassen
- Erschließungskosten: Wird ein Grundstück erschlossen, wird es an die Versorgung mit Wasser und Energie sowie an die Kanalisation angeschlossen.
- Gebühren für den Eintrag in das Liegenschaftskataster
- Kosten für das Erteilen einer Baugenehmigung
3. Ablauf bei Hausbau und Hauskauf
- Wer nicht selbst Architekt/-in oder Handwerker/-in ist, sollte ein Haus vor dem Kauf mit einem Experten oder einer Expertin besichtigen. Sachverständige kann den Zustand von Elektroinstallationen und Wasserleitungen beurteilen und haben einen Blick für versteckte Mängel. Mit ihrer Erfahrung und ihren Messinstrumenten können sie einschätzen, ob Räume und Wände feucht sind – und die Gefahr von Schimmel droht.
- Sie denken auch daran, die entscheidenden Fragen zu stellen, zum Beispiel nach den verwendeten Baustoffen. In früheren Jahren wurden Stoffe verwendet, die heute als gesundheitsgefährdend gelten.
- Bauexperten und -expertinnen erkennen einen Renovierungsstau und erklärt dir, ob du schon bald mit hohen Investitionen rechnen musst. Muss das Dach saniert werden oder die Heizung erneuert, fallen erhebliche Kosten an. Das wird besonders dann kritisch, wenn du dich ich bei der Finanzierung bis auf den letzten Euro verausgaben hast.
- Bei einer Bestandsimmobilie ist es zudem wichtig zu hinterfragen, wie Grund und Boden früher einmal genutzt wurden. Handelt es sich um eine ehemals landwirtschaftlich genutzte Fläche, gibt es wenig Anlass zur Sorge. Genau hinsehen solltest du, wenn auf dem Gelände früher mal ein produzierendes Gewerbe tätig war. Um sicherzugehen, kannst du ein Bodengutachten in Auftrag geben oder von der verkaufenden Partei ein solches verlangen. Schaue dir zudem gründlich die nähere Umgebung an. Liegt ein Fluss unweit des Hauses, könnte Hochwasser Probleme verursachen. Ähnlich sieht es bei einer Hanglage aus, die sich bei Starkregen ungünstig auswirken kann.
Informiere dich über den vollständigen Ablauf beim Hausbau sowie den Ablauf beim Hauskauf: Gut vorbereitet hast du eine noch bessere Grundlage für deine Entscheidung über Hausbau oder Hauskauf.