Maklerprovision

Maklerprovision beim Hauskauf oder Wohnungskauf

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ist bei einem Wohnungs- oder Hauskauf ein Makler eingeschaltet, wird eine Maklerprovision fällig.
  • Wie hoch die Maklergebühr ist und wie sie sich auf Käufer und Verkäufer aufteilt, ist je nach Bundesland unterschiedlich.
  • Die Maklercourtage lässt sich in den meisten Fällen nicht umgehen.
  • Neben der Maklerprovision müssen noch andere Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notargebühren und Grundbuchgebühren beachtet werden.

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Wer zahlt den Makler?

Wenn bei einem Verkauf einer Immobilie ein Makler eingeschaltet wird, ist eine Provision für seine Tätigkeit fällig. In einigen Bundesländern muss der Käufer die gesamte Gebühr bezahlen, doch oftmals findet auch eine Aufteilung zwischen Käufer und Verkäufer statt. Auf politischer Ebene wird sogar regelmäßig über eine gesetzliche Pflicht des Bestellerprinzips diskutiert.

Die Höhe der Maklerprovision bei Hauskauf oder Wohnungskauf ist nicht gesetzlich geregelt, genauso wie die Frage, welche Seite die Gebühr bezahlt. Stattdessen haben sich gewisse Normen durchgesetzt. Üblicherweise fällt ein fester, prozentualer Provisionssatz in Abhängigkeit des Verkaufspreises an. Wie hoch dieser ausfällt, ist inzwischen nach Bundesländern aufgeschlüsselt. So ergeben sich folgende Provisionssätze, die die Obergrenze bei der Vermittlung einer Immobilie oder eines Grundstücks darstellen.

Eine Verhandlung über die Sätze der Maklerprovision und abweichende Regelungen zwischen den Parteien sind grundsätzlich möglich. Dies gilt auch für den zur Maklerprovision verpflichteten Vertragspartner. Beispielsweise kann vereinbart werden, dass der Verkäufer die Maklergebühren ganz übernimmt, auch wenn dies in Deutschland zurzeit nicht üblich ist.

Bundesland Maklerprovision gesamt Anteil Verkäufer Anteil Käufer
Baden-Württemberg 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Bayern 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Berlin 7,14 % 0 % 7,14 %
Brandenburg 7,14 % 0 % 7,14 %
Bremen 5,95 % 0 % 5,95 %
Hamburg 6,25 % 0 % 6,25 %
Hessen 5,95 % 0 % 5,95 %
Mecklenburg-Vorpommern 5,95 % 2,38 % 3,57 %
Niedersachsen Region A 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Niedersachsen Region B 4,76-5,95 % 0 % 4,76-5,95 %
Nordrhein-Westfalen 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Rheinland-Pfalz 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Saarland 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Sachsen 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Sachsen-Anhalt 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Schleswig-Holstein 7,14 % 3,57 % 3,57 %
Thüringen 7,14 % 3,57 % 3,57 %

Wann Gebühren für Makler fällig sind

Es gilt die Regel: Eine Maklerprovision ist dann zu zahlen, wenn Aktivitäten des Maklers ursächlich für das Zustandekommen des Verkaufs waren (§ 652 BGB Abs. 1) und ein wirksamer Maklervertrag abgeschlossen wurde. Andersherum formuliert: Ohne eine erfolgreiche Vermittlung durch einen Makler ist auch keine Provision fällig. Somit ist ein Vorschuss für die Vermittlung normalerweise nicht zulässig und sollte nicht bezahlt werden.

Fragen können bei gewissen Ausnahmesituationen auftreten. Beispielsweise wenn der Maklervertrag abgelaufen ist und der Eigentümer das Gebäude unabhängig verkauft hat. In diesem Fall kann es trotzdem passieren, dass eine Rechnung vom Makler im Briefkasten liegt. Denn sollte dieser nachweisen können, dass er ursächlich am Zustandekommen des Verkaufes beteiligt ist, so ist auch im Nachhinein eine Maklerprovision rechtmäßig. In diesem Zusammenhang hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Grenze bei etwa einem Jahr nach Auslaufen des Maklervertrages liegt. Käufer wie auch Verkäufer müssen einen Nachweis erbringen, dass der Verkauf ohne direktes oder indirektes Zutun des Immobilienmaklers erfolgt ist. Erst dann sind sie auf der sicheren Seite.

Kann die Maklerprovision vermieden werden?

Es gibt weitere Fälle, bei denen ein Provisionsanspruch besteht oder bestehen bleibt. So kann es passieren, dass der Vertrag für den Hauskauf oder Wohnungskauf im Nachhinein platzt, weil beispielsweise der Käufer pleite ist. Auch in diesem Fall ist eine Maklercourtage rechtens und muss gezahlt werden, da es zu einem Kaufvertrag gekommen ist.

Auch mit Tricks lässt sich die Maklergebühr nicht umgehen. Wenn beispielsweise zwei Lebensgefährten eine Immobilie kaufen, der eine sich beraten lässt, aber der zweite letztendlich den Kaufvertrag unterschreibt. Das ist zwar zulässig, jedoch kann so eine Provisionspflicht nicht vermieden werden. Wer mehrere Makler beauftragt, muss bei Vertragsunterzeichnung unter Umständen sogar mehrfach zahlen. Dies kann allerdings umgangen werden, wenn ein Freistellungsauftrag zwischen den Parteien geschlossen wurde.

Besteht beim Makler ein Eigeninteresse bei der Vermittlung von Haus, Wohnung oder Grundstück, so ist keine Provision fällig. Dies gilt, wenn er selber Eigentümer des Objektes ist oder dessen Verwalter, beispielsweise bei einer Wohneigentümergemeinschaft. In diesen Fällen entfällt die Maklerprovision.

Weitere Nebenkosten fallen beim Hauskauf an

Zukünftige Immobilienbesitzer müssen beim Hauskauf oder Wohnungskauf nicht nur die Maklerprovision im Blick behalten, sondern sollten auch die anderen Nebenkosten mit einkalkulieren. Dazu gehört beispielsweise die Grunderwerbssteuer, die von den Bundesländern selbst festgelegt wird.

Da das Einschalten eines Notars beim Kauf einer Immobilie in Deutschland gesetzlich verpflichtend ist, kommt hier noch eine Gebühr von rund zwei Prozent des Kaufpreises dazu. Wenn der Besitzer einer Immobilie wechselt, kommt es zwangsweise zu einem neuen Eintrag ins Grundbuch, auch dies kann einige hundert Euro kosten.

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