Haushaltsrechnung Baufinanzierung

Die Haushaltsrechnung - der erste Schritt zur günstigen Finanzierung

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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Haushaltsrechnung hilft, sich einen Überblick über seine Finanzen zu verschaffen und Ratenrückstände bei der Tilgung von Baukrediten zu vermeiden.
  • Durch Gegenüberstellung von Einkünften und Ausgaben wird der monatlich frei verfügbare Betrag ermittelt, der für die Baufinanzierung eingesetzt werden kann.
  • Aus der Haushaltsrechnung ergibt sich, welche Immobilien für den Antragsteller zum Kauf infrage kommen, sie ist Bestandteil des Kreditantrags.
  • Banken verwenden bei der Berechnung statt der tatsächlichen Ausgaben eine Haushaltspauschale, die im Einzelfall signifikant davon abweichen kann, die Haushaltsrechnung ist jedoch nur ein Teil der Bonitätsprüfung.

So gehen Sie vor

  • Überprüfen Sie vor Kreditbeantragung Ihr Budget mithilfe einer umfassenden Haushaltsrechnung, indem Sie Ihre monatlichen Ausgaben auflisten und von den Einkünften abziehen.
  • Bringen Sie nur sichere Einkommen zur Anrechnung, beachten Sie auch sporadisch anfallende Aufwendungen. Kalkulieren Sie nicht zu knapp und planen Sie zur Sicherheit für Notfälle eine finanzielle Reserve ein.
  • Nutzen Sie unseren Budgetrechner, um zu erfahren, wie viel Immobilie für Sie finanzierbar ist.

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Wozu dient eine Haushaltsrechnung?

Die Haushaltsrechnung umfasst die Gegenüberstellung der monatlichen Einnahmen und Ausgaben eines Haushalts oder Kreditnehmers. Jeder Darlehensnehmer sollte, bevor er einen Immobilienkredit aufnimmt, vorher sein Budget überprüfen. Besonders wichtig ist dies bei einer Baufinanzierung, da die Raten hier über viele Jahre kontinuierlich und fristgerecht geleistet werden müssen.

Die Haushaltsrechnung dient dazu, sich einen Überblick über seine laufenden Kosten im Verhältnis zum Einkommen zu verschaffen. Daraus können Immobilieninteressenten erkennen, wie groß der Spielraum für eine Hauskauf Finanzierung ist, welche Objekte sie sich leisten können. Eine korrekte Haushaltsrechnung schafft die Voraussetzung dafür, dass Ihre Immobilienfinanzierung dauerhaft tragbar bleibt.

Wann ist es sinnvoll, eine Haushaltsrechnung anzufertigen?

Eine Haushaltsrechnung erweist sich als vorteilhaft, wenn sich Verbraucher erstmals mit dem Gedanken tragen, eine Immobilie zu erwerben. Damit verschaffen sich Interessenten eine erste Übersicht über ihre Finanzen.

Obligatorisch wird die Haushaltsrechnung vor der endgültigen Entscheidung, den Immobilienkredit zu beantragen. Für Kreditinstitute stellt die Haushaltsrechnung ein entscheidendes Kriterium für die Genehmigung der Baufinanzierung dar. Sie ist daher Teil der Selbstauskunft und Bestandteil der Kreditunterlagen.

Warum ist eine exakte Haushaltsrechnung wichtig?

Baufinanzierungen sind für die meisten Menschen eine einmalige und erhebliche Entscheidung in ihrem Leben. Kreditnehmer müssen über einen langen Zeitraum – meist über 20 bis 35 Jahre – einen hohen Darlehensbetrag an den Kreditgeber zurückzahlen. Eine genaue Haushaltsrechnung ist zwar noch keine Garantie für die Vermeidung von Zahlungsschwierigkeiten, ohne sie wären finanzielle Probleme jedoch vorprogrammiert. Je besser ein Immobilieninteressent sein Budget plant, desto weniger wird er mit finanziellen Engpässen rechnen müssen. Mit einer sorgfältig aufgestellten Haushaltsrechnung können Sie realistisch einschätzen, wie hoch das Finanzierungsvolumen für Ihr Traumobjekt sein darf.

Weitere Vorteile einer Haushaltsrechnung

Sie ermöglicht:

  • einen unkomplizierten Überblick über alle Geldbewegungen,
  • eine schnelle Erkenntnis darüber, ob und wo Ausgaben gespart oder Einnahmen erhöht werden können,
  • bei finanziellen Problemen sofortiges Erkennen und Handeln.

Eine Haushaltsrechnung kann somit auch während der Finanzierungsdauer sehr nützlich sein.

Wie funktioniert die Haushaltsrechnung?

Haushaltsrechnung
Ein wichtiger Schritt bei der Haushaltsrechnung ist das Gegenüberstellen von Einnahmen und Ausgaben.

Die wesentlichen Bestandteile einer Haushaltsrechnung sind die Summierung von Einnahmen und Ausgaben sowie die anschließende Gegenüberstellung beider Positionen. Diese werden zumeist pro Monat ausgewiesen, können aber auch jährlich dargestellt werden. Aus der Differenz beider Posten ergibt sich der monatlich freie Saldo, der die Rate für das Baudarlehen abdecken muss. Sind die Ausgaben höher als die Eingänge, müssen Kosten gespart und/oder Einnahmen erhöht werden, damit der Wunsch nach einer Immobilienfinanzierung später dennoch in Erfüllung gehen kann.

Welche Einnahmen werden in der Haushaltsrechnung berücksichtigt?

Generell dürfen nur solche Einkünfte in die Haushaltsrechnung aufgenommen werden, die regelmäßig und über einen langen Zeitraum eingehen. Das sind beispielsweise Nettoeingänge aus:

  • Lohn- und Gehaltszahlungen,
  • Renten,
  • Nebenjobs,
  • Zinsen, Dividenden, Mieterträgen,
  • Unterhaltszahlungen oder
  • Kindergeld.

Lohn- und Gehaltseingänge sind nur einzurechnen, wenn sie aus einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stammen. Unterhalt oder Kindergeld sollten möglichst noch über eine lange Zeit gezahlt werden. Eltern- oder Arbeitslosengeld berücksichtigen Darlehensgeber nur im absoluten Ausnahmefall, da sie lediglich kurzzeitig und befristet zur Darlehensrückzahlung dienen können. Unregelmäßige Einnahmen wie Prämien, Sonderzahlungen, Überstundenzuschläge o. ä. sind nicht einzubeziehen, da sie nicht dauerhaft zur Verfügung stehen.

Welche Ausgaben muss die Haushaltsrechnung enthalten?

Bei den Aufwendungen kommt es darauf an, neben den Fixkosten, die Monat für Monat in gleicher Höhe fällig werden, die unregelmäßigen Kosten einzuplanen. Diese ergeben sich beispielsweise quartalsweise, nur gelegentlich oder einmal im Jahr. Die sporadischen oder jährlich anfallenden Kosten müssen in der Haushaltsrechnung auf den Monat umgerechnet werden. Die Haushaltsausgaben lassen sich in verschiedene Bereiche aufgliedern:

  1. Ernährung: Ausgaben für Essen, Trinken, Restaurantbesuche
  2. Wohnkosten: Miete, Neben- und Stromkosten, Gas-, Wasserkosten, Möbel, Rücklagen
  3. Kfz-Kosten: Kraftstoff, Versicherung, Reparaturen oder Aufwendungen für öffentliche Verkehrsmittel
  4. übrige Lebenshaltung: Ausgaben für Kleidung, Schuhe, Geschenke, Urlaub
  5. Freizeit, Hobby und Gesundheit: Kosten und Beiträge
  6. Kosten für Medien: Internet, TV, Telefon, Handy, Rundfunk, Streaming-Dienste, andere Abos
  7. Ratenverpflichtungen: für bestehende Kredite und Leasingraten, Versicherungen und Sparbeträge
  8. sonstige Aufwendungen wie Unterhaltszahlungen, Steuern, Spenden.

Wie erstellen Kreditnehmer eine Haushaltsrechnung?

Eine gute Hilfe bei der Anfertigung der Haushaltsrechnung sind die Kontoauszüge. Es reicht jedoch nicht, nur einen Monat durchzugehen, ungefähr 12 bis 13 Monate sollten insgesamt betrachtet werden. So vergessen Sie keine wesentlichen Ausgabenpositionen. Einige Kosten wie Ausgaben für Geschenke, Medikamente oder Benzin sind als Durchschnittswerte in die Haushaltsrechnung aufzunehmen. Auch die Einkäufe, die bar bezahlt wurden, müssen mit eingerechnet werden. Wer ein Haushaltsbuch führt, hat keine Probleme, die einzelnen Beträge realistisch anzugeben.

Sind alle Einkünfte und Ausgaben in Tabellenform oder mittels Computervorlage aufgelistet, können Verbraucher berücksichtigen, dass nach dem Hauskauf die Mietzahlungen an den Vermieter eingestellt werden. Dafür fallen andere Kosten erstmalig an, zum Beispiel Entsorgungskosten oder Beiträge für die Instandhaltungsrücklage. Subtrahieren Sie die Ausgaben vom Einkommen, erhalten Sie das für eine Immobilienfinanzierung verfügbare Monatseinkommen.

Das Einplanen einer Sicherheitsreserve von 5 bis 10 Prozent sollte bei einer Baufinanzierung selbstverständlich sein. Treten unerwartete Aufwendungen ein oder fällt gar ein Teil der Einnahmen weg, muss dennoch die Rate für den Immobilienkredit weiter bedient werden.

Tipp für die Haushaltsrechnung

Banken honorieren bei der Kreditbewilligung ausführliche, mit langfristigen Daten unterlegte Haushaltsrechnungen sowie einen angemessen großen Überschuss der Einnahmen über die Kosten. Gleichzeitig sind die Eingänge nachzuweisen, beispielsweise durch aktuelle Lohn- oder Gehaltsbescheinigungen, Renten- oder Einkommensteuerbescheide. Haben Sie frühzeitig angefangen, die Belege und Kontoauszüge zu sortieren und in Ihr Formular einzutragen, verfügen Sie ohne weiteres über die erforderlichen Angaben. Von einer laufend aktualisierten Haushaltsrechnung profitieren Sie auch in anderen finanziellen Fragen.

Welche Rolle spielt die Haushaltsrechnung bei der Baufinanzierung?

Eine detaillierte Haushaltsrechnung erleichtert die Kreditaufnahme. Dadurch können Banken erkennen, über welche finanziellen Möglichkeiten der Kreditnehmer verfügt und dass er sich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Mithilfe der Haushaltsrechnung kann die Bank ihr Risiko besser einschätzen, ob sie das Darlehen zurückerhält. Die Rechnung ist ein Teil der Bonitätsprüfung des Kreditnehmers.

Worin unterscheiden sich Budgetplanung und Haushaltsrechnung?

Soll das Budget für eine Hauskauf-Finanzierung geplant werden, stellt die Haushaltsrechnung eine wesentliche Komponente dar. Sie bildet die Grundlage für die Budgetplanung zum Immobilienkauf. Mithilfe der Budgetrechnung wird aus dem monatlich zur Verfügung stehenden Einkommen der maximal mögliche Kreditbetrag ermittelt. Das erfolgt nach folgender Formel: maximales Darlehen = mögliche Rate x 12 : (Sollzinssatz + Tilgungssatz) x 100. Danach wird der maximale Finanzierungsbetrag um das vorhandene Eigenkapital des Kreditnehmers erweitert, abzüglich der Kaufnebenkosten und eines Sicherheitsabschlags. Aus der Budgetrechnung ergibt sich der maximale Preis für den Kauf Ihres Wunsch-Objekts, nutzen Sie dazu unseren Budgetrechner.

Was ist eine Haushaltspauschale?

Banken gehen im Allgemeinen davon aus, dass die monatliche Kreditbelastung durch eine Baufinanzierung nicht höher als 40 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens liegen sollte. Während Antragsteller in der Haushaltsrechnung die tatsächlichen Kosten eintragen, verwenden Kreditinstitute für bestimmte Ausgaben Pauschalen. Dies betrifft einen Teil der Lebenshaltungskosten und wird als Haushaltspauschale bezeichnet. Das ist ein Richtwert, an dem Banken bemessen, wie hoch der durchschnittliche Aufwand für die Lebenshaltung in einem Haushalt ist.

Die Haushaltspauschale wird anhand der im Haushalt lebenden Personen ermittelt. Kreditinstitute legen sie entsprechend des Verbraucherpreisindex im Rhythmus von 5 Jahren neu fest. Jede Bank legt Wert auf eigene Haushaltspauschalen. Nicht enthalten sind Mietkosten, Versicherungsbeiträge, Unterhaltszahlungen, bestehende Kreditraten und Bewirtschaftungskosten einer Immobilie. Einige Banken setzen eine extra Kfz-Pauschale ein, andere nicht.

Tipp zur Haushaltspauschale

Geldinstitute orientieren sich bei der Haushaltspauschale an einem Single-Haushalt und berechnen für diesen monatlich 650 bis 800 Euro Lebenshaltungskosten pauschal. Für jede weitere Person, die im Haushalt lebt, werden in der Regel 250 Euro veranschlagt. Für einen Vier-Personen-Haushalt beträgt die Haushaltspauschale somit 1.400 bis 1.550 Euro. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Säuglinge oder ältere Menschen handelt, Pauschalen berücksichtigen keine Individualitäten. Finden Sie heraus, wodurch eine mögliche Überschreitung der Bankpauschale in Ihrer Haushaltsführung bedingt sein kann. Sind Sie in der Lage, diese Differenz überzeugend zu begründen, erhöhen Sie Ihre Chancen auf eine Kreditgewährung.

Was geschieht, wenn die Haushaltspauschale überschritten wird?

Die Haushaltsrechnung allein ist nicht ausschlaggebend für die Bonität der Kreditnehmer. In die Entscheidungsfindung fließen ebenso Auskünfte der Schufa und anderer Dienste, die Qualität des Immobilienstandorts, der Wert des Objekts und weiterer Sicherheiten sowie die bisherige Zahlungsdisziplin der Antragsteller ein. Banken treffen Kreditentscheidungen zudem unter geschäftspolitischen Gesichtspunkten. Gleichwohl ist eine Haushaltsrechnung mit ausreichendem finanziellem Rahmen ein unverzichtbares Argument für die Kreditgenehmigung.

Haben Verbraucher höhere tatsächliche Kosten, sind diese unbedingt anzugeben, da sonst die Kreditrückzahlung gefährdet sein kann. Ist die Haushaltspauschale jedoch weitaus höher als die konkret angefallenen Kosten, und es bleibt dadurch nicht genug freies Einkommen übrig, kann dies zur Kreditablehnung führen. Banken weichen meist von ihren Haushaltspauschalen nicht ab. Da jedes Kreditinstitut jedoch individuelle Pauschalen anwendet und nach eigenen Bonitätskriterien entscheidet, lohnt sich ein umfassender Kreditvergleich mit dem Einholen mehrerer Baufinanzierungsangebote. Vereinbaren Sie jetzt einen kostenfreien und unverbindlichen Termin mit Ihrem Baufi24 Berater und finden Sie Ihren persönlichen Bestzins aus den Angeboten von über 450 Banken.

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