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Ein Ende günstiger Baugeldzinsen bald in Sicht?


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Immer wenn die Europäische Zentralbank die Leitzinsen verändert oder öffentlich darüber nachdenkt, fragen sich viele Verbraucher, welche Auswirkungen dies auf die Baugeldzinsen hat. Nun hat die EZB in den letzten Jahren den Leitzins kontinuierlich auf bis zu 0,00 Prozent gesenkt. Zahlreiche Fachleute gehen davon aus, dass die Leitzinsen nach einer längeren Seitwärtsbewegung in der Zukunft steigen werden. Ist damit ein Ende günstiger Darlehen bald in Sicht?

Die Faktoren für den Baugeldzins

Grundsätzlich betrachtet sind die Hypothekenzinsen derzeit historisch günstig. Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist stabil und die Wirtschaft wächst mit Zuversicht. Eigentlich sehr gute Voraussetzungen, um sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen. Für die Baufinanzierungszinsen gilt jedoch: Die EZB-Zinsen haben nur teilweise bis gar keinen Einfluss auf die Zinsentwicklung bei Baufinanzierungen, sie sind allerdings aus psychologischer Sicht wichtig – künden sie doch von einer allgemeinen Zinswende.


Die Verbindung zwischen Leit- und Bauzinsen

Die Leitzinsentwicklung wirkt sich vorrangig auf kurzfristige Zinsen aus. Hierzu zählen insbesondere Geldanlagen wie beispielsweise Tagesgeld oder im Kreditbereich Dispozinsen. Allerdings auch auf variable Darlehen, da diese kurzfristig verzinst werden. Wer also seine Immobilie über diese Darlehensform finanziert, der muss dann tatsächlich mit höheren Zinsen rechnen.

Bei den längerfristigen Baugeldzinsen kommen hingegen weitere Faktoren hinzu. So ist die Angst vor einer Inflation ein Treiber der Zinsen und auch die Frage, welche Länder noch unter dem europäischen Rettungsschirm Hilfe suchen werden, bleibt nicht ganz ohne Einfluss. Dennoch sind die Bauzinsen noch immer auf einem vergleichbar günstigen Niveau. Zwar ist anzunehmen, dass die Baugeldzinsen zukünftig leicht steigen, jedoch ist dies weit von den höchsten Ständen entfernt, die in der Vergangenheit bereits bei acht Prozent lagen.

Wer sich den Markt ansieht, wird feststellen, dass die Inflation moderat ausfällt. Eine brummende Wirtschaft und ein stabiler Arbeitsmarkt sorgen dafür, dass sich immer mehr Menschen Wohneigentum leisten möchten. Unter diesen Bedingungen trauen sich viele Verbraucher zu, den Schritt Richtung selbst genutztem Wohnraum zu gehen. Durch diese Nachfrage besteht im Markt die Neigung zu steigenden Bau- oder Kaufpreisen. In manchen Regionen ist dies schon zu beobachten. Die Verteuerung ist jedoch noch relativ gering, mit Preisaufschlägen bis etwa fünf Prozent. Das heißt: Wer sich den Traum von den eignen vier Wänden erfüllen will, der sollte bald handeln, damit eine Verteuerung der Bau- und Aufpreise nicht dazu führt, dass die günstigen Baugeldzinsen an anderer Stelle wieder aufgefressen werden.

Die Verbindung zwischen Leit- und Bauzinsen

Was sollten Kreditnehmer nun tun?

Was sollten Kreditnehmer nun tun?

Da die Zinsen noch günstig sind, sollten bei bereits bestehenden Finanzverträgen die Konditionen geprüft werden. Das heißt, wer bereits Haus oder Wohnung finanziert, der sollte sich frühzeitig um eine Anschlussfinanzierung bemühen. So lassen sich die gegenwärtig günstigen Zinsen sichern, selbst wenn die aktuelle Finanzierung erst in bis zu fünf Jahren ausläuft.

Die Lösung heißt Forward-Darlehen. Gegen einen geringen Zinsaufschlag werden dabei heute schon die Zinskonditionen von morgen festgeschrieben. Damit stellt der Kreditnehmer eine verlässliche Basis für den nächsten Finanzierungsabschnitt sicher. Ideal ist dabei etwa ein Vorlauf von gut einem Jahr. Bei länger laufenden Finanzierungen kann es sein, dass der Zinsvorteil durch die Aufschläge kaum zum Tragen kommt.


Tipp

Mit unserem Tilgungsrechner können Sie die Auswirkungen verschiedener Tilgungssätze selbst berechnen.
Wer hingegen gerade in der Phase vor einer Finanzierung steht, sollte die günstigen Zinsen für eine höhere Tilgung von 2 oder 3 Prozent nutzen, so wird die Restschuld des Darlehens zügig abgebaut und eine Anschlussfinanzierung bleibt auf einem niedrigen Niveau.

In jedem Fall ist in Zeiten günstiger Zinsen - wie jetzt - eine langfristige Zinsbindung zu empfehlen. Bei entsprechender Finanzkraft sollte zudem ein Volltilgerdarlehen in Betracht gezogen werden. Hierbei findet die Finanzierung über einen Zinsfestschreibungszeitraum – meistens bis zu 20 Jahren – statt.