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EURIBOR, LIBOR, Geldmarktdarlehen

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Baufinanzierung mit Geldmarktdarlehen


Manch ein Häuslebauer hat in den letzten Tagen von Geldmarktdarlehen und deren günstigen Konditionen gelesen. Diese in Deutschland fast unbekannte Finanzierungsvariante ist in anderen Ländern eine durchaus gängige Form der Immobilienfinanzierung. Es ist aber auch mit erheblichen Risiken verbunden und setzt in der Regel ein überdurchschnittliches Einkommen voraus.
 

Das Geldmarktdarlehen

Diese Darlehensform wird auch als rollierendes Geldmarktdarlehen oder einfach variables Darlehen bezeichnet. Kennzeichen ist, dass es keinen festen Zinssatz gibt. Etwa alle drei bis sechs Monate verändert sich der Zinssatz, der nicht am „Hypothekenzinsmarkt“ sondern am Geldmarkt gebildet wird. Referenzkurse sind in der Eurozone der EURIBOR, in der Schweiz beispielsweise der LIBOR. Normalerweise wird ein Geldmarktdarlehen auf EURIBOR-Basis empfohlen, da ein Geldkredit auf anderer Basis zudem noch ein Fremdwährungsrisiko mit sich bringt. Der EURIBOR ist der Zinssatz, unter denen sich Banken im Euroraum das Geld untereinander leihen. Der Geldmarkt bestimmt also den Zinssatz, auf diesen schlagen die Banken noch eine Verwaltungsgebühr und eine Gewinnmarge auf. Je nachdem, wie Banken kalkulieren, ist mit einem Zinsaufschlag von 0,75 Prozent bis etwa 1,5 Prozent zu rechnen. Der Kreditnehmer kann auch eine Variante mit Zinsdeckelung – ein sogenanntes Cap-Darlehen – abschließen. Die Zinsschranke bezahlt der Kreditnehmer durch einen kleinen Aufschlag.

Das Volumen des Kredites kann die Baufinanzierung vollständig abdecken oder teilweise, wenn der Darlehensnehmer Eigenkapital einbringt. Auch ist eine Kombination aus variablem Darlehen und Festzinsdarlehen möglich – auch als Kombidarlehen bekannt. Der Vorteil eines Geldmarktkredites liegt in der unterdurchschnittlichen Zinsbelastung und in den variablen Tilgungsmöglichkeiten, der Nachteil darin, dass der Zinsverlauf nur schwer zu kalkulieren ist. So können, bei einem kräftigen Zinsanstieg, die Kosten der Finanzierung deutlich über denen einer langfristige Baufinanzierung liegen. Daher sind Geldmarktdarlehen grundsätzlich nur etwas für versierte Darlehensnehmer, die den Zinsmarkt immer im Blick behalten. Andererseits lässt sich über diese Darlehensform eine günstigere Finanzierung gestalten, sofern die Geldmarktzinsen nicht steigen.
 

Lohnt sich ein Geldmarktdarlehen?

Diese Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten. Zur Zeit befinden sich die Hypothekenzinsen auf einem sehr niedrigen Niveau, sodass der Abstand zu einem variablen Darlehen gering ist. Aufgrund des Zinssteigerungsrisikos lohnt sich diese Darlehensform derzeit für den Großteil der Kreditnehmer also nicht. Doch es gibt Ausnahmen. Wer einen größeren Geldzufluss erwartet, beispielsweise aus dem Verkauf der jetzigen Immobilie oder aus einer Abfindung, für den kann ein Geldmarktdarlehen sehr wohl interessant sein. Zum einen nutzt der Kreditnehmer momentan die etwas günstigeren Zinsen, zum anderen tilgt er über den zu erwartenden Geldzufluss einen Großteil des Kredites. Die Zeitdauer bis zum Geldzufluss sollte jedoch nicht viel länger als ein Jahr in der Zukunft liegen, da sonst im derzeit schwierig zu prognostizierenden Zinsumfeld die Finanzierungskosten doch zu stark steigen könnten. Normalerweise ist ein variables Darlehen eine gute Entscheidung, wenn die Bauzinsen auf einem hohen Niveau liegen und aller Wahrscheinlichkeit nach in Kürze für langfristige Kredite sinken werden. Dann braucht man sich nicht für teures Geld länger verpflichten.


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