Baufinanzierung für Selbständige und Freiberufler


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Viele Selbstständige und Freiberufler haben es schwerer als Angestellte oder Beamte, eine finanzierende Bank zu finden. Die Messlatte für die Finanzierung liegt meist hoch, da der Verwaltungsaufwand größer ist. Während bei Angestellten oder Beamten der Lohn- oder Gehaltszettel als Einkommensnachweis ausreicht, müssen Selbständige oder manche Freiberufler ihre Bilanzen vorlegen.

Die richtige Bank finden

Die richtige Bank finden

Für Selbstständige oder Freiberufler liegt der einfachste Weg, eine Finanzierung zu erhalten darin, zur Hausbank zu gehen. Allerdings ist diese meist nicht der günstigste Anbieter. Wer Wert darauf legt, einen guten Direktfinanzierer zu finden, sollte sich an einen Finanzierungsvermittler wenden. Allerdings gilt es dabei einige Voraussetzungen zu erfüllen. So sollte die Selbständigkeit mindestens drei Kalenderjahre bestehen. Über diesen Zeitraum muss der Finanzierungswillige die Bilanzen oder die Gewinn- und Verlustrechnung vorlegen. Bei weniger als drei Jahren kommt unter Umständen noch eine Finanzierung über den Ehepartner in Frage. Auch bei einem Finanzierungsvolumen von bis zu 60 Prozent des Beleihungswertes stehen die Chancen für den Kreditinteressenten besser, denn hier entfallen manchmal die strikten Kriterien. Liegen die Einkommensnachweise der letzten drei Jahre vor, wird ein Durchschnittswert ermittelt. Problematisch dabei sind schwankende Einkünfte. Diese führen in der Regel zu einem Sicherheitsabschlag, ebenso wie rückläufige Einnahmen.

Wichtig für die Entscheidungsfindung der Banken ist der Gewinn vor Steuern. Hiervon wird ein Abschlag von bis zu 30 Prozent vorgenommen, der die Altersversorgung berücksichtigt. Den restlichen Teil wertet das Finanzinstitut als Nettoeinkommen, aus dem der Selbständige die Finanzierung bestreiten kann. Allerdings bezieht es dabei auch die normalen Lebenshaltungskosten für die Familie, in Abhängigkeit von der Familiengröße, mit ein. Entscheidend ist zudem, in welche Gruppe die Bank den Kunden einstuft - als Freiberufler, wie Ärzte, Rechtsanwälte, Journalisten oder Gutachter, oder als Selbständige/Gewerbetreibende wie Unternehmer, Händler, Handwerker. Freiberufler haben es häufig leichter, an eine Finanzierung zu kommen. Außerdem klassifizieren Banken oft auch kritische Branchen. Als problematisch für eine Baufinanzierung gelten beispielsweise Gastronomen, Fitnessstudiobetreiber oder Kurierdienste. Für sie ist es schwierig, eine Baufinanzierung zu realisieren. Hier bleibt meist nur der Weg zur Hausbank, um den Traum von den eigenen vier Wänden vielleicht doch noch zu verwirklichen. Gleiches gilt auch für Selbständige oder Freiberufler, die eine Vollfinanzierung durchführen wollen.


Was wird finanziert?

Grundsätzlich können alle reinen Wohnobjekte – egal ob selbstgenutzt oder zur Vermietung – finanziert werden. Schwieriger ist die Situation, wenn ein Gewerbeanteil wie eine Werkstatt hinzukommt. Bei vielen Finanzierungsinstituten gibt es in diesen Fällen Einschränkungen in Abhängigkeit von der Anzahl der Wohnungen. Ein Einfamilienhaus mit Verkaufsraum ist dann schwieriger zu finanzieren als ein 10-Familienhaus mit Verkaufsraum. Daher kommt es bei der Baufinanzierung auch darauf an, wie groß der gewerbliche Anteil an der Gesamtfinanzierung ist.


Fazit

Fazit

Der Weg zur eignen Immobilie ist für Freiberufler oder Unternehmer schwieriger als für Beamte oder Angestellte, aber dennoch möglich. Gegebenenfalls sind allerdings Risikozuschläge hinzunehmen. Wichtig für Kreditinstitute ist die Tatsache, dass es sich bereits um eine auf Dauer bestehende Selbstständigkeit handelt und dass der Finanzierungswillige auch in der Lage ist, dies Objekt auf absehbare Zeit zu finanzieren. Und: Selbständige können die gleichen staatlichen Förderprogramme nutzen wie Angestellte oder Beamte.