Lombardkredit

Ein Lombardkredit ermöglicht es dir, liquide Mittel zu erhalten, ohne Vermögenswerte verkaufen zu müssen. Dazu stellst du Wertpapiere, Edelmetalle oder andere Sachwerte als Sicherheit zur Verfügung.

Das Wichtigste in Kürze

Der Lombardkredit ist per Definition ein kurzfristiger Kredit, der durch Vermögenswerte besichert wird. 

Beim Lombardkredit ist der Zinssatz häufig variabel und richtet sich nach aktuellen Referenzzinssätzen. 

Der Beleihungswert der hinterlegten Sicherheiten bestimmt, wie viel Kredit du maximal erhalten kannst. 

Kursrückgänge können dazu führen, dass du zusätzliche Sicherheiten nachschießen oder Sachwerte verkaufen musst.

In diesem Artikel:
Author Baufi24 Redaktion
Experten & Expertinnen für Baufinanzierungen
Aktualisiert am 17.09.2026

Definition: Was ist ein Lombardkredit?

Es handelt sich bei einem Lombardkredit um eine besicherte Kreditform, bei der bewegliche Vermögensgegenstände wie Wertpapiere, Edelmetalle, Lebensversicherungen oder Warenbestände als Sicherheit (Pfand) dienen. Der Lombardkredit ist per Definition also ein Pfandkredit, denn du erhältst Liquidität, ohne deine Vermögenswerte aufgeben zu müssen. Der Kreditgeber bzw. die Kreditgeberin bewertet die hinterlegten Sicherheiten und gewährt dir auf dieser Basis einen Kreditrahmen, den du flexibel nutzen kannst.

Eine besonders verbreitete Unterform ist der Effektenlombardkredit, bei dem ausschließlich Wertpapiere als Sicherheit dienen, also z. B.:

  • Aktien

  • Anleihen

  • Fondsanteile 

Während der allgemeine Lombardkredit auch Edelmetalle, Waren oder Forderungen als Pfand beinhalten kann, ist der Effektenlombardkredit explizit auf börsengehandelte oder börsenfähige Wertpapiere beschränkt.

Woher kommt der Begriff Lombardkredit?

Der Begriff leitet sich von der norditalienischen Region Lombardei ab, deren Kaufleute im Mittelalter als erste Pfandkredite vergaben. Bereits im 13. Jahrhundert etablierten lombardische Händler diese Kreditform in ganz Europa.

Ob ein Lombardkredit als Zwischenfinanzierung infrage kommt, welche Darlehensarten es in der Baufinanzierung gibt und wie du optimal dein Immobilienvorhaben finanzierst, beantworten dir die erfahrenen Berater und Beraterinnen von Baufi24. 

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In diesem Artikel:

Wie funktioniert ein Lombardkredit?

Der Lombardkredit funktioniert nach einem festgelegten Schema. Die wichtigsten Schritte der Funktionsweise sind:

  • Hinterlegung von Sicherheiten: Du überträgst Vermögenswerte, zum Beispiel Wertpapiere oder Edelmetalle, an die Bank, welche diese als Pfand verwahrt.

  • Bewertung der Sicherheiten: Die Bank ermittelt den aktuellen Marktwert der hinterlegten Assets und legt den sogenannten Beleihungswert fest, der in der Regel unter dem Marktwert liegt.

  • Kreditrahmengewährung: Auf Basis des Beleihungswerts erhältst du einen Kreditrahmen, den du flexibel und nach Bedarf abrufen kannst.

  • Zinszahlung: Für den genutzten Kreditbetrag zahlst du Zinsen und dabei gilt: Beim Lombardkredit ist der Zinssatz oft variabel und orientiert sich an gängigen Referenzsätzen.

  • Laufende Überwachung: Die Bank überwacht kontinuierlich den Wert der Sicherheiten. Sinkt dieser, kann der Kreditgeber zusätzliche Sicherheiten fordern oder den Kreditrahmen reduzieren.

  • Rückzahlung und Freigabe: Sobald du den Kredit vollständig zurückgezahlt hast, gibt die Bank deine hinterlegten Sicherheiten wieder frei.

Was bedeutet Beleihungswert beim Lombardkredit?

Der Beleihungswert gibt an, zu welchem Anteil die Bank einen Vermögenswert als Kreditsicherheit anerkennt. Er liegt stets unterhalb des aktuellen Marktwerts, da die Bank einen Risikoabschlag einkalkuliert. Bei Aktien beträgt dieser Abschlag häufig 20 bis 50 Prozent, bei Anleihen oder Edelmetallen fällt er geringer aus. Analog zum Beleihungswert einer Immobilie bei der Baufinanzierung schützt er den Kreditgeber vor Wertschwankungen.

So ist der Ablauf bei einem Lombardkredit

Vom Antrag bis zur Auszahlung verläuft ein Lombardkredit in der Praxis in wenigen klar definierten Schritten:

  • Schritt 1 - Antrag stellen: Du möchtest einen Lombardkredit beantragen und wendest dich dazu an deine Depotbank oder deinen Broker und gibst an, welche Sicherheiten du hinterlegen möchtest.
  • Schritt 2 - Prüfung der Sicherheiten: Die Bank prüft Art, Qualität und aktuellen Marktwert der angebotenen Assets und legt den Beleihungswert fest.
  • Schritt 3 - Kreditangebot: Du erhältst ein individuelles Angebot mit Kreditrahmen, Konditionen und dem aktuellen Zinssatz.
  • Schritt 4 - Vertragsabschluss: Nach deiner Zustimmung werden die Sicherheiten verpfändet und der Kreditvertrag unterzeichnet.
  • Schritt 5 - Auszahlung: Der Kreditbetrag wird auf dein Konto überwiesen oder steht dir als flexibler Rahmenkredit zur Verfügung.

Wann ist ein Lombardkredit sinnvoll?

Der Lombardkredit ist nicht für alle Situationen geeignet. Der Kredit kann sinnvoll sein, wenn:

  • Du kurzfristig Liquidität benötigst, aber deine Vermögenswerte nicht verkaufen möchtest oder kannst, weil du zum Beispiel einen günstigeren Einstiegszeitpunkt abwarten willst.
  • Du als erfahrene/-r Anleger/-in ein breit gestreutes Depot besitzt, das stabile und marktgängige Sicherheiten bietet.
  • Du einen temporären Finanzierungsbedarf hast, zum Beispiel wie eine Zwischenfinanzierung bei der Baufinanzierung, bei der du einen Zeitraum zwischen Kauf und Erlös überbrücken musst.
  • Du Kurschancen nutzen möchtest, ohne Wertpapiere zu verkaufen und dabei gut geplant vorgehst.
  • Du eine Vorfinanzierung für die Immobilienfinanzierung benötigst und kurzfristig Eigenkapital aufbringen möchtest, bevor andere Mittel verfügbar sind.

In einigen Situationen ist der Lombardkredit hingegen nicht die richtige Wahl:

  • Wenn du starke Kursschwankungen nicht verkraften kannst, solltest du die Hebelwirkung des Lombardkredits meiden.
  • Wenn Altersvorsorge, Notgroschen oder Immobilienfinanzierung dadurch gefährdet werden, denn diese Mittel sollten grundsätzlich nicht als Absicherung für (andere) Kredite dienen.
  • Der Lombardkredit ist kein variables Darlehen mit variablem Zinssatz für laufende Konsumausgaben.
  • Wenn du durch Darlehensarten für die Baufinanzierung bereits stark belastet bist und keine zusätzlichen Zinsrisiken tragen kannst.

Für wen eignet sich ein Lombardkredit eher nicht?

Die folgende Übersicht zeigt, wer besser auf einen Lombardkredit verzichten sollte:

  • Personen ohne Börsenerfahrung: Wenn du die Mechanismen von Kursbewegungen nicht verstehst, kannst du schnell in eine sehr riskante Situation geraten.

  • Personen mit stark schwankendem oder konzentriertem Depot: Wenn du nur wenige oder volatile Wertpapiere hältst, hast du weniger Puffer bei Kursrückgängen.

  • Personen, die den Kredit für laufende Lebenshaltungskosten brauchen: Eine dauerhafte Abhängigkeit von einem variabel verzinsten Kredit für den Alltag ist finanziell riskant.

  • Personen, die einen festen Tilgungsplan und planbare Monatsraten benötigen: Der Lombardkredit bietet keine feste Struktur. Wenn du also Planungssicherheit brauchst, bist du mit einem klassischen Ratenkredit besser beraten.

Personen, die eine Vorfälligkeitsentschädigung für einen Kredit unbedingt vermeiden wollen, sollten auch bedenken, dass beim Lombardkredit unter Umständen Kosten bei vorzeitiger Auflösung entstehen können.

Baufi24 Tipp zum Lombardkredit

Nutze einen Lombardkredit nur, wenn du auch bei fallenden Kursen handlungsfähig bleibst. Für planbare Immobilienfinanzierungen ist eine individuelle Finanzierungsberatung meistens die bessere Grundlage.

Welche Risiken hat ein Lombardkredit?

Der Lombardkredit bietet zwar Flexibilität, birgt aber auch erhebliche Risiken, die du kennen solltest, bevor du einen Lombardkredit beantragen möchtest.

Das sind die wichtigsten Risikofaktoren in der Übersicht:

  • Kursverluste senken den Beleihungswert: Wenn der Wert deiner hinterlegten Wertpapiere fällt, sinkt damit auch dein verfügbarer Kreditrahmen.

  • Nachschusspflicht: Die Bank kann jederzeit zusätzliche Sicherheiten verlangen (sogenannter Margin Call), wenn der Beleihungswert unter eine bestimmte Schwelle fällt.

  • Zwangsverkauf von Wertpapieren: Kannst du die geforderten Nachschüsse nicht leisten, verkauft die Bank deine Wertpapiere möglicherweise zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

  • Variable Zinsen: Beim Lombardkredit ist der Zinssatz häufig variabel, sodass steigende Marktzinsen deine laufenden Kreditkosten ohne Vorwarnung erhöhen.

  • Hebeleffekt verstärkt Verluste: Der Kredit wirkt wie ein Hebel und verstärkt nicht nur Gewinne, sondern auch Verluste, wenn die Märkte gegen dich laufen.

  • Fehlende Planbarkeit: Da weder Laufzeit noch Zinsniveau feststehen, eignet sich der Lombardkredit schlecht für langfristige Finanzplanung.

  • Liquiditätsrisiko: In turbulenten Marktphasen können sich Kreditlinien verkürzen, und zwar eventuell genau dann, wenn du sie am dringendsten benötigst.

Warum können Lombardkredit-Zinsen zum Problem werden?

Viele Kreditnehmer/-innen unterschätzen das Zinsrisiko beim Lombardkredit, weil es zu Beginn oft gering erscheint. Doch gerade bei längerer Nutzung können die Zinskosten zur echten Belastung werden. Der Großteil der Lombardkredite ist variabel verzinst. Du profitierst zwar in Niedrigzinsphasen von günstigen Konditionen, trägst aber das volle Risiko bei steigenden Zinsen.

Der Zinssatz setzt sich typischerweise wie folgt zusammen:

Referenzzinssatz (zum Beispiel EURIBOR) zuzüglich eines Aufschlags der Bank

Steigen diese Referenzsätze, erhöhen sich automatisch auch deine monatlichen Zinskosten. Bei kurzfristiger Nutzung ist das in der Regel kein Problem. Je länger du den Kredit jedoch nutzt, desto mehr können die Zinskosten den eigentlichen Vorteil der Flexibilität zunichte machen. Wenn du einen Lombardkredit beantragen und längerfristig nutzen möchtest, solltest du daher immer einen Zinspuffer einkalkulieren und regelmäßig prüfen, ob die Kosten noch im Verhältnis zum Nutzen stehen.

Ein Lombardkredit ist kein Ersatz für fehlendes Eigenkapital

Wenn du einen Lombardkredit nutzt, um mangelndes Eigenkapital zu kompensieren, zum Beispiel bei einer Immobilienfinanzierung, erhöhst du dein Gesamtrisiko erheblich. Gleichzeitig laufende Kredite mit variablen Zinssätzen können schnell zu nur noch schwer kontrollierbaren Schulden führen.

Vorteile und Nachteile eines Lombardkredits

Bevor du dich für einen Lombardkredit entscheidest, solltest du sowohl die Chancen als auch die Risiken kennen. Unsere folgende Tabelle gibt dir für den Lombardkredit eine Übersicht zu den wichtigsten Vor- und Nachteilen.

Vorteile Lombardkredit
Nachteile Lombardkredit
  • Schnelle Verfügbarkeit
  • Kein Verkauf von Vermögenswerten nötig 
  • Flexible Laufzeiten
  • Günstigere Konditionen als unbesicherte Kredite  
  • Keine Zweckbindung 
  • Kein Bonitätsnachweis über Immobilien nötig  
  • Nachschusspflicht bei Kursverlust
  • Nicht für langfristige Finanzierungsvorhaben ausgelegt 
  • Marktrisiko: Höhe des verfügbaren Kredits hängt vom Wert der Sicherheiten ab 
  • Nicht als Eigenkapitalersatz anerkannt 
  • Höhere Gesamtbelastung bei Kombination 
  • Begrenzte Kreditsumme  

Lombardkredit und Immobilienfinanzierung: Passt das zusammen?

Wenn du eine Immobilie kaufen oder bauen möchtest, kann ein Lombardkredit dabei durchaus eine Rolle spielen. Allerdings handelt es sich eher um eine Ergänzung und nicht um die tragende Säule der Finanzierung. Der Lombardkredit kann kurzfristig Liquidität schaffen und ist grundsätzlich zur Überbrückung geeignet, falls zum Beispiel das eigene Kapital noch nicht vollständig verfügbar ist.

Als dauerhafter Ersatz für Eigenkapital eignet sich der Lombardkredit jedoch nicht. Bei einem Immobilienkauf zählen vor allem:

  • Planbarkeit

  • Kapitaldienstfähigkeit

  • eine langfristige Zinsbindung

Das sind Eigenschaften, die ein kurzfristiger Lombardkredit nicht besitzt. Zum besseren Verständnis hilft dir ein Blick auf die Unterschiede der verschiedenen Finanzierungsformen.

Eine Baufinanzierung ist:

  • langfristig ausgelegt

  • zweckgebunden

  • und in der Regel grundbuchlich besichert

Ein Lombardkredit ist dagegen:

  • kurzfristiger

  • flexibler

  • durch Wertpapiere oder andere Vermögenswerte besichert.

Ein Ratenkredit bietet planbare Monatsraten, beinhaltet aber oft höhere Zinsen als grundbuchlich besicherte Darlehen. Eine Zwischenfinanzierung in der Baufinanzierung wiederum überbrückt kurzfristige Liquiditätsengpässe, bis eine langfristige Finanzierung greift. Das ist ähnlich dem Einsatzbereich eines Lombardkredits, nur mit anderen Sicherheiten.

Kann ich mit einem Lombardkredit eine Immobilie finanzieren?

In der Regel ist ein Lombardkredit nicht als Hauptfinanzierung für eine Immobilie geeignet. Immobilienkäufe erfordern typischerweise hohe Summen, langfristige Planbarkeit und eine stabile Zinsbindung. Das sind Merkmale, die eine klassische Baufinanzierung mitbringt, ein Lombardkredit aber nicht. Möglich ist der Einsatz allenfalls als Sonderlösung zur kurzfristigen Überbrückung, etwa wenn eine Finanzierungslücke entsteht, bis andere Mittel verfügbar sind.

Bevor du diese Variante in Betracht ziehst, solltest du unbedingt die Auswirkungen auf deine Haushaltsrechnung und die Gesamtstruktur deiner Baufinanzierung prüfen lassen. Nur so kannst du sicherstellen, dass du dauerhaft handlungsfähig bleibst und keine unnötigen Risiken eingehst.

Wann kann eine Baufinanzierung besser sein?

Während ein Lombardkredit in bestimmten Situationen nützlich sein kann, gibt es eindeutige Szenarien, in denen eine klassische Baufinanzierung die deutlich bessere Wahl ist. Eine Baufinanzierung ist dann die sinnvollere Option, wenn du deine Finanzierung langfristig planen möchtest und Verlässlichkeit über viele Jahre hinweg benötigst. Das gilt ebenso, wenn du eine Immobilie kaufst, baust oder modernisierst, also ein klar definiertes, zweckgebundenes Vorhaben verfolgst.

Wenn du zudem Wert auf eine feste Zinsbindung und eine planbare monatliche Rate legst, bist du mit einer Baufinanzierung besser bedient als mit einer variabel besicherten Finanzierung wie dem Lombardkredit. Falls du ohnehin größere Darlehenssummen benötigst, die den Beleihungsrahmen eines Wertpapierdepots übersteigen, führt an einer grundbuchlich besicherten Immobilienfinanzierung kaum ein Weg vorbei.

Zum Finden eines geeigneten Immobilienkredites gibt es Experten und Expertinnen am Markt. Baufi24 vergleicht Angebote von über 600 Banken und findet eine passende und individuelle Baufinanzierung. Zudem profitierst du von einer persönlichen Beratung zu allen Fragen rund um die Finanzierung.

Häufig gestellte Fragen: Lombardkredit

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