Bevor du eine vermietete oder zu vermietende Wohnung kaufst, lohnt sich ein Blick auf die zu erwartende Rendite. Mit einem Mietrendite-Rechner findest du in wenigen Minuten heraus, ob sich Kaufpreis und Mieteinnahmen wirtschaftlich sinnvoll zueinander verhalten.
Schritt 1: Werte aus dem Immobilienangebot prüfen
Bevor du den Mietrenditerechner nutzt, solltest du die Zahlen aus dem Immobilienangebot einmal genau durchgehen. Verwechsle dabei den reinen Kaufpreis nicht mit den Gesamtkosten des Erwerbs, denn es kommen noch folgende Nebenkosten zum Kaufpreis hinzu:
- Grunderwerbsteuer
- Notar- und Grundbuchkosten
- Maklerprovision (optional)
Erst die Summe von Kaufpreis und Nebenkosten ergibt den tatsächlichen Investitionsbetrag. Für die erste Einschätzung der Rendite genügt aber der reine Kaufpreis, denn die Nebenkosten fließen später gesondert in die Betrachtung ein. Achte darauf, für die Berechnung die Nettokaltmiete statt der Warmmiete anzusetzen, da Neben- und Betriebskosten in aller Regel durchlaufende Posten sind und den eigentlichen Ertrag der Immobilie „verzerren“ würden.
Gleiche zudem die im Exposé angegebene Wohnfläche mit den Objektunterlagen ab, etwa mit dem Grundriss, der Teilungserklärung oder dem Mietvertrag. Abweichungen von wenigen Quadratmetern wirken sich direkt auf das Rechenergebnis aus.
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Handelt es sich um eine bereits vermietete Wohnung, solltest du als Käufer/-in immer die tatsächlich gezahlte Miete laut Mietvertrag prüfen und nicht die im Exposé beworbene Wunschmiete übernehmen.
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Ist die Wohnung unvermietet, ist eine realistische Einschätzung der erzielbaren Miete wichtig. Orientiere dich dafür an vergleichbaren Angeboten in derselben Straße oder im selben Viertel, statt optimistische Annahmen aus dem Verkaufsangebot ungeprüft zu übernehmen.
Schritt 2: Mietrendite mit dem Rechner ermitteln
Sind die Eckdaten geklärt, kannst du die Mietrendite mit unserem Rechner in nur wenigen Klicks bestimmen. Trage dazu folgende Daten in den Mietrendite-Rechner ein:
- Kaufpreis
- Wohnfläche (in m²)
- Kaltmiete pro m²
Im Ergebnis werden dir der Kaufpreis pro Quadratmeter, die Mietrendite (Brutto) und die Miete pro Monat angezeigt. Anschließend solltest du den ausgegebenen Wert mit vergleichbaren Objekten in derselben Region abgleichen. So kannst du einordnen, ob die ermittelte Rendite für die jeweilige Lage plausibel erscheint.
Es lohnt sich außerdem, mehrere Kaufpreise oder Mietannahmen durchzuspielen. Auf diese Weise siehst du unmittelbar, wie sensibel die Mietrendite auf Preisänderungen oder eine vorsichtigere beziehungsweise optimistischere Mieteinschätzung reagiert. Wichtig ist dabei, auffällige Ergebnisse nicht isoliert zu interpretieren. Eine ungewöhnlich hohe oder niedrige Zahl ist zunächst nur ein Hinweis, dem du mit weiteren Informationen zum Objekt und zur Lage nachgehen solltest, bevor du daraus eine Kaufentscheidung ableitest.
Schritt 3: Ergebnis durch eine vollständige Prüfung ergänzen
Das Ergebnis aus dem Mietrendite-Rechner, das du online abrufen kannst, ist ein guter erster Anhaltspunkt, ersetzt aber keine vollständige Kalkulation. Du solltest in einem zweiten Schritt die Kaufnebenkosten ergänzen, da sie den tatsächlichen Kapitaleinsatz erhöhen und die reale Rendite deutlicher senken können.
Prüfe außerdem das nicht umlagefähige Hausgeld und beachte die Instandhaltungsrücklage sowie mögliche Sonderumlagen, die bei anstehenden Sanierungen am Gemeinschaftseigentum fällig werden können. Rechne anschließend die Finanzierung und die monatliche Kreditrate durch, denn erst der Vergleich zwischen Mieteinnahmen und Kapitaldienst zeigt, ob sich die Immobilie auch unter dem Strich trägt.
Leerstand und Mietausfall solltest du als Risikopuffer einplanen, etwa durch einen Abschlag von einer oder mehreren Monatsmieten pro Jahr. So kannst du Mieterwechsel, Zahlungsausfälle oder Phasen des Leerstands realistisch abbilden. Eine weiterführende Prüfung ist somit auf jeden Fall sinnvoll, da das reine Ergebnis des Mietrendite-Rechners manche individuelle Faktoren nicht berücksichtigen kann.
Was solltest du nach der ersten Berechnung prüfen?
Nachdem der Mietrenditerechner ein erstes Ergebnis ausgegeben hat, solltest du einige weitere Punkte im Detail betrachten:
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Realistische Nettokaltmiete: Prüfe, ob die angesetzte Miete tatsächlich am Markt erzielbar ist und nicht nur eine optimistische Annahme aus dem Exposé darstellt.
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Steuerliche Auswirkungen: Kläre mit einem/einer Steuerberater/-in, wie sich Abschreibungen, Werbungskosten und dein persönlicher Steuersatz auf die Nettorendite auswirken.
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Wertentwicklungspotenzial: Berücksichtige neben der laufenden Rendite auch, wie sich der Immobilienwert am Standort mittel- bis langfristig entwickeln könnte.
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Kaufnebenkosten: Rechne Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie eine mögliche Maklerprovision zum Kaufpreis hinzu, um den realen Kapitaleinsatz zu ermitteln.
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Nicht umlagefähige Kosten: Kläre, welcher Anteil des Hausgelds bei dir als Vermieter/-in hängen bleibt und die Nettorendite dadurch mindert.
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Persönlicher Anlagehorizont: Überlege, wie lange du die Immobilie halten möchtest, denn kurzfristige Schwankungen wirken sich bei langfristigen Anlagen weniger stark aus.
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Finanzierung: Vergleiche die monatliche Kreditrate mit den zu erwartenden Mieteinnahmen, um die tatsächliche Liquiditätsbelastung einzuschätzen.
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Leerstand: Kalkuliere einen Puffer für Mietausfall ein, damit kurzfristige Vermietungslücken die Rechnung nicht zu sehr verändern.
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Anschlussfinanzierung: Behalte im Blick, zu welchen Konditionen du das Darlehen nach Ablauf der Zinsbindung voraussichtlich verlängern kannst.