Bausparvertrag auszahlen lassen

Wie lange dauert es bis zur Auszahlung eines Bausparvertrags, welche Möglichkeiten gibt es und wie ist der Ablauf? Hier findest du Tipps und Informationen rund um die Auszahlung des Bausparvertrags.

Das Wichtigste in Kürze

Für eine vollständige Auszahlung deines Bausparvertrags ohne Abzüge muss dieser zuteilungsreif sein.

Hinsichtlich einer Auszahlung stehen dir generell mehrere Optionen zur Auswahl: Komplettauszahlung nach Zuteilung, Auszahlung ohne Darlehen, vorzeitige Kündigung, Teilauszahlung, spätere Auszahlung.

Um Geld aus deinem Bausparvertrag abzuheben, gehst du schrittweise vor: Vertrag prüfen, Zuteilungsbefragung beantworten bzw. Kündigung einreichen, Nachweise zusenden und Gutschrift auf das Bankkonto erhalten.

Bausparverträge lassen sich am besten zur Finanzierung wohnwirtschaftlicher Zwecke nutzen, doch auch eine freie Verwendung des angesparten Guthabens ist grundsätzlich möglich.

In diesem Artikel:
Author Ivan Volic
Experte Bausparen & Baufinanzierung
Aktualisiert am 25.02.2026

Bausparvertrag auszahlen lassen: Wann geht das?

Nach mehreren Jahren des Sparens ist es so weit: Du kannst dir deinen Bausparer auszahlen lassen. Das ist regulär der Fall, wenn der Bausparvertrag die Zuteilungsreife erreicht hat. Dazu sind folgende Bedingungen zu erfüllen:

    • Mindestsparguthaben: Du hast einen bestimmten Anteil an der vereinbarten Bausparsumme angespart.
    • Mindestspardauer: Der Vertrag wurde über eine zuvor festgelegte Zeit bespart.
    • Bewertungszahl: Die Kennzahl weist einen ausreichend hohen Wert aus. In die Berechnung der Bewertungszahl fließen die getätigten Einzahlungen, die Guthabenhöhe sowie die Laufzeit ein.

Möchtest du nicht bis zur Zuteilungsreife deines Bausparvertrags warten? Generell kannst du auch vorzeitig kündigen, um dir den Bausparvertrag auszahlen zu lassen. Dadurch verlierst du allerdings meist deinen Anspruch auf staatliche Förderungen. Zudem gilt für gewöhnlich eine Kündigungsfrist von einem halben Jahr. Erst danach dürfen Bausparende sich das Bausparguthaben auszahlen lassen.

Welche Möglichkeiten der Auszahlung gibt es?

Sobald dein Bausparvertrag zuteilungsreif ist, kannst du ihn dir zum Kauf oder Bau einer Immobilie auszahlen lassen. Das ist aber nur eine Option. Bezüglich der Bereitstellung des Bausparvertrags hast du grundsätzlich diese Möglichkeiten:

  • Komplettauszahlung der Bausparsumme nach Zuteilung

    Bausparende lassen sich hier nach der Zuteilungsreife das verzinste Bausparguthaben inklusive etwaiger Fördergelder, wie vermögenswirksame Leistungen und Arbeitnehmersparzulage, auszahlen. Hinzu kommt das vereinbarte Bauspardarlehen (das manche Bausparkassen auf Wunsch auch bis zu 2 Jahre bereitstellen). Zusammen ergibt sich daraus die Bausparsumme, die für einen wohnwirtschaftlichen Zweck zu verwenden ist.
  • Auszahlung ohne Darlehen

    Willst du weder eine Immobilie erwerben noch bauen, kann dir die Bausparkasse mit dem Erreichen der Zuteilungsreife ebenso nur das verzinste Guthaben aus dem Bausparvertrag auszahlen. Dazu ist die Zuteilung abzulehnen. Nach der Auszahlung endet der Vertrag.
  • Vorzeitige Auszahlung nach Kündigung

    Es ist möglich, den Bausparvertrag in der Ansparphase, also noch vor der Zuteilungsreife, zu kündigen. Wer diese Option wählt, erhält das angesparte Guthaben normalerweise erst nach einer 6-monatigen Kündigungsfrist. Willst du deinen Bausparvertrag kündigen, erlischt überdies dein Anspruch auf ein Bauspardarlehen.
  • Teilauszahlung und Weiterführung des Vertrags

    Je nach Ausgestaltung des Vertrags ist es ebenso denkbar, sich lediglich einen Teil des Bausparguthabens (früher) auszahlen zu lassen (sogenannte Teilkündigung). Den verbliebenen Vertrag besparst du einfach weiter bis zur Zuteilungsreife.
  • Spätere Auszahlung

    Ist der Vertrag zuteilungsreif, kann sich der Bausparende die festgelegte Bausparsumme auch erst zu einem späteren Zeitpunkt auszahlen lassen. In diesem Fall ruht der Vertrag. Das bedeutet, dass du keine weiteren Einzahlungen mehr leistest. Alternativ dazu ist es häufig erlaubt, die Bausparsumme anzuheben und den Vertrag weiter zu besparen. Möchtest du erst einige Monate oder Jahre nach der Zuteilungsreife ein Eigenheim finanzieren, bietet sich eine spätere Auszahlung an.

Tipp: Zuteilung beschleunigen

Um die Dauer bis zur Auszahlung deines kompletten Bausparvertrags zu verringern, kannst du ggf. deine Sparbeiträge erhöhen, regelmäßig Sparen und Sonderzahlungen leisten. Auf diese Weise lässt sich die Zeit bis zur Zuteilung verkürzen.

Standardverfahren: Auszahlung nach Zuteilung

Im klassischen Szenario zahlen Bausparende in ihren Vertrag ein, bis dieser zuteilungsreif ist. Hast du dieses Ziel erreicht, schickt dir die Bausparkasse eine Nachricht zur Zuteilung. Danach dauert es rund 1 bis 2 Wochen, bis das Geld auf deinem Konto eintrifft.

Wurde die Zuteilung angenommen, zahlt die Bausparkasse das Bausparguthaben mit Zinsen und - sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind - etwaiger Bonuszinsen sowie aller bewilligten Förderungen aus. Für das Bauspardarlehen stellst du normalerweise einen eigenen Antrag und reichst zusätzliche Dokumente ein. Nach einer Bestätigung durch die Bausparkasse bekommst du auch das Darlehen auf dein Referenzkonto überwiesen.

Vorzeitige Auszahlung durch Kündigung des Bausparvertrags

Personen, die sich ihren Bausparvertrag vorzeitig auszahlen lassen, müssen diesen schriftlich kündigen. Wann nun die Auszahlung erfolgt, hängt davon ab, zu welchem Zeitpunkt du den Bausparer gekündigt hast. In der Regel kannst du dir nach einer Frist von 6 Monaten das verzinste Bausparguthaben auf dein Konto auszahlen lassen. Eine vorzeitige Kündigung während der Ansparphase bringt jedoch mehrere Nachteile mit sich:

    • Da der Vertrag noch nicht zuteilungsreif ist, entgehen dir die gewährten Bonuszinsen.
    • Hast du zum Zeitpunkt der Kündigung die Mindestsparzeit nicht erreicht, verwirkst du deinen Anspruch auf staatliche Förderungen wie Wohn-Riester oder Wohnungsbauprämie.
    • Die für den Bausparvertrag gezahlte Abschlussgebühr wird von der Bausparkasse nicht zurückerstattet.

Willst du dir deinen Bausparvertrag am liebsten sofort auszahlen lassen? Gegen eine zusätzliche Gebühr von ungefähr 3 % des Bausparguthabens überweist dir die Bausparkasse binnen 10 Werktagen dein Geld. Wie hoch die Kosten dafür genau sind, lässt sich dem Bausparvertrag bzw. den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Bausparkasse entnehmen. Aufgrund der genannten Nachteile solltest du dir sorgfältig überlegen, ob eine vorzeitige Kündigung deines Bausparvertrags der beste Weg für dich ist. Unser Baufi24 Team berät dich dazu jederzeit. 

Achtung bei vorzeitiger Kündigung

Wer einen Bausparvertrag vor der Zuteilungsreife kündigt, kann Bonuszinsen und Förderungen verlieren. Darüber hinaus bekommen Bausparende die geleistete Abschlussgebühr nicht zurück.

So gehst du vor
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In diesem Artikel:
Ablauf

Bausparvertrag auszahlen lassen: Schritt für Schritt

Damit du auf dein Bausparguthaben bzw. die gesamte Bausparsumme Zugriff erhältst, gehst du schrittweise vor. Orientiere dich gern an folgendem allgemeinen Ablauf:

  • 1.

    Prüfen, ob der Vertrag zuteilungsreif ist

    Informationen, wann dein Bausparer voraussichtlich zuteilungsreif ist, findest du im Kundenportal deiner Bausparkasse sowie in deinem Jahreskontoauszug. Zudem bekommen Bausparende mit dem Erreichen der Zuteilungsreife von ihrer Bausparkasse eine Nachricht, die sogenannte Zuteilungsbefragung.
  • 2.

    Antrag auf Auszahlung bei der Bausparkasse stellen

    Ist der Vertrag noch nicht zuteilungsreif, musst du diesen zuerst kündigen. Danach kannst du dir den Bausparvertrag ohne Darlehen auszahlen lassen. Hat dir die Bausparkasse bereits die Zuteilungsbefragung zugeschickt, kannst du einen Auszahlungsauftrag für das Bausparguthaben erteilen. Dazu füllst du die erhaltenen Dokumente aus und unterschreibst sie. Bausparende, die sich die komplette Bausparsumme auszahlen lassen wollen, haben des Weiteren normalerweise einen separaten Darlehensantrag zu stellen.
  • 3.

    Rückmeldung abwarten

    Die Bausparkasse kontrolliert die Anträge bzw. die Kündigung und teilt mit, ob und welche weiteren Unterlagen zur Bearbeitung erforderlich sind.
  • 4.

    Nachweise und Dokumente einreichen

    Bevor du dir deinen Bausparvertrag auszahlen lassen kannst, übermittelst du zusätzliche Informationen an die Bausparkasse. Wer etwa ebenso ein Bauspardarlehen abrufen möchte, muss nachweisen, dass das Geld für einen wohnwirtschaftlichen Zweck eingesetzt wird.
  • 5.

    Bestätigung erhalten

    Liegen sämtliche Anträge inklusive der nötigen Dokumente vor, dann bestätigt dir die Bausparkasse, dass du dir deinen Bausparvertrag auszahlen lassen kannst.
  • 6.

    Gutschrift auf das Bankkonto

    Zuletzt bekommst du den Bausparvertrag auf das angegebene Konto überwiesen. Anschließend setzt du mit dem Geld dein geplantes Vorhaben in die Tat um. 

Diese Unterlagen benötigst du

Möchtest du dir das Guthaben deines Bausparvertrags ohne Kündigung auszahlen lassen, musst du den Erhalt der Zuteilungsbefragung abwarten und diese dann ausfüllen. Für das Bauspardarlehen sind ein eigener Antrag, Einkommensnachweise, Informationen zur beabsichtigen Nutzung des Darlehens und je nach Bausparkasse noch weitere Dokumente erforderlich. Im Falle einer Kündigung ist ein entsprechendes Schreiben unter Angabe der Vertragsnummer und des Bankkontos an die Bausparkasse zu richten. Ferner ist jedem Antrag für gewöhnlich eine Kopie eines gültigen Ausweisdokuments beizufügen.

Was passiert mit dem Bausparvertrag nach der Auszahlung?

Zahlt die Bausparkasse das Bausparguthaben vollständig aus und erfolgt kein Abruf des Bauspardarlehens, dann ist der Vertrag beendet. Beachte dabei: Staatliche Förderungen können zurückgefordert werden, wenn du dein Bausparguthaben nicht für einen wohnwirtschaftlichen Zweck verwendest. Ruft die bzw. der Bausparende das Bauspardarlehen ab, gelten dafür die im Bausparvertrag vereinbarten Bedingungen.

Entscheidest du dich lediglich für eine Teilauszahlung, so ist der verbliebene Teil des Vertrags weiter wirksam. Hat die begünstigte Person den Bausparvertrag vorzeitig gekündigt und das angesparte Geld abgehoben, ist der Vertrag ebenfalls nicht mehr gültig. Zudem erlischt hier der Anspruch auf das Bauspardarlehen und gewährte Förderungen wie Wohn-Riester und Wohnungsbauprämie sind zurückzuzahlen.

Vertrag ruhen lassen statt kündigen?

Planst du erst zu einem späteren Zeitpunkt einen Immobilienkauf, Immobilienbau oder eine Modernisierung, kannst du anstatt einer Kündigung bzw. Zuteilung deinen Vertrag auch ruhen lassen. Du zahlst dann nicht weiter in den Vertrag ein, sondern wartest den richtigen Moment für die Zuteilung ab.

Prüfung Dokument Steuern Auszahlung Bausparvertrag

Auszahlung Bausparvertrag: Fallen Steuern an?

Die Zinsen auf das Bausparguthaben zählen zu den Kapitalerträgen und sind somit zu versteuern. Dies geschieht automatisch, indem die Bausparkasse die anfallende Abgeltungssteuer direkt an das Finanzamt abführt. Um diese Abgabe zu vermeiden, kannst du deinen Sparer-Pauschbetrag ausschöpfen. Über ihn lassen sich Kapitalerträge von jährlich 1.000 € für Singles bzw. 2.000 € für Paare steuerfrei stellen. Willst du davon profitieren, richte einen entsprechenden Freistellungsauftrag bei deiner Bausparkasse ein.

Des Weiteren müssen Personen, die sich ihren Bausparvertrag auszahlen lassen, das Geld aber nicht wohnwirtschaftlich einsetzen, einige der bereits eingeräumten Förderungen zurückzahlen. Das gilt etwa für die Wohnungsbauprämie und Wohn-Riester.

Auszahlung: So kannst du den Bausparvertrag nutzen

Beabsichtigst du, dir deinen Bausparvertrag auszahlen zu lassen, dann stehen dir verschiedene Möglichkeiten offen. Damit Bausparende ihren Vertrag voll ausschöpfen können, gelten diese Voraussetzungen:

    • Der Vertrag ist zuteilungsreif.
    • Das zur Verfügung gestellte Geld wird für ein wohnwirtschaftliches Vorhaben genutzt.

Beispiele für ein wohnwirtschaftliches Vorhaben sind ein Immobilienkauf oder -Hausbau sowie das Modernisieren oder Sanieren der eigenen vier Wände. Weiterhin ist es denkbar, zum Zeitpunkt der Zuteilungsreife lediglich das Bausparguthaben abzurufen. Eine freie Verwendung des Bausparvertrags - also ohne spezifischen Zweck - ist grundsätzlich ebenfalls möglich. Bausparende haben dann jedoch ggf. mit finanziellen Einbußen zu rechnen, insbesondere bei einer vorzeitigen Kündigung.

Bausparvertrag Auszahlung: Alternativen

Planst du erst in einigen Jahren einen Hauskauf oder -bau? Nach der Zuteilungsreife hast du häufig bis zu 10 Jahre Zeit, um deinen Bausparvertrag in Anspruch zu nehmen. Außerdem dürfen Bausparende ihren Vertrag auf Angehörige übertragen. So kannst du deinen Bausparer laut § 15 der Abgabenordnung etwa auf deine Kinder oder deinen/deine Lebenspartner/-in umschreiben. Wer bereits ein Baudarlehen abzahlt, hat die Option, den Bausparvertrag zur Umschuldung bzw. Anschlussfinanzierung zu verwenden. Vorteil dabei: Für ein Bauspardarlehen fallen in der Regel geringere Zinsen an als für einen herkömmlichen Immobilienkredit.

Wünschst du zu diesem Thema eine individuelle Beratung? Unsere Expertinnen und Experten für Baufinanzierungen informieren dich zu den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten eines Bausparers. Grundsätzlich kommt es auf deine persönliche Situation an, ob du dir den Bausparvertrag auszahlen lässt oder ihn für deine Immobilienpläne nutzt. Wir unterstützen dich bei deiner Entscheidung. Sichere dir jetzt einen unverbindlichen, kostenlosen Beratungstermin und finde die für dich optimale Finanzierungslösung.

Häufig gestellte Fragen: Bausparvertrag auszahlen lassen

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