Niedrigzinsphase: Auswirkung gesunkener Bauzinsen

Niedrigzinsen machen nicht nur (Immobilien-) Kredite günstiger. Sie sorgen ebenso für geringere Sparzinsen. Wie sich niedrigere Zinsen insbesondere auf deine Baufinanzierung auswirken, erfährst du in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

Niedrigzinsen senken die Kosten für deine Immobilienfinanzierung, wodurch du häufig mehrere Tausend Euro sparen kannst.

Da Niedrigzinsphasen die Nachfrage nach Immobilien normalerweise erhöhen, steigen dadurch die Haus- und Wohnungspreise.

Nach einer historischen Niedrigzinsphase, die 2021 endete, zogen die Bauzinsen 2023 bis auf rund 4 Prozent an. Derzeit bewegen sich die Top-Zinsen bei 3,55 Prozent.

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In diesem Artikel:
Author Jens Diehl
Experte Immobilienkauf & Finanzierung
Aktualisiert am 07.01.2026

Was versteht man unter einer Niedrigzinsphase?

Eine Niedrigzinsphase beschreibt einen Zeitraum mit sehr geringen Zinsen. In einer solchen Phase liegt das Zinsniveau (deutlich) unter den sonst üblichen Zinsen am Markt. Die letzte lange Zeitspanne mit Niedrigzinsen erstreckt sich von 2008 bis Ende 2021, Anfang 2022. Grundsätzlich haben niedrige Zinsen geringere Kosten für Kredite zur Folge. Du kannst also Geld sparen, wenn du in einer Niedrigzinsphase eine Immobilie finanzierst.

Allerdings wirken sich Niedrigzinsen nicht nur auf Kredite aus. Für Sparerinnen und Sparer spielen sie ebenfalls eine entscheidende Rolle. Denn durch Niedrigzinsen reduzieren sich die Zinszahlungen auf Sparguthaben. Aus diesem Grund investieren in Niedrigzinsphasen mehr Menschen in riskantere Anlagen, bspw. in Aktien.

Wie entstehen Niedrigzinsphasen?

Welche Zinsen im Euroraum gelten, legt die Europäische Zentralbank, kurz EZB, fest. Senkt diese den Leitzins (Hauptrefinanzierungssatz), fallen die Zinsen für Kreditnehmende und Sparende. Für gewöhnlich sorgt die EZB für niedrige Spar- und Kreditzinsen, wenn die Teuerungsrate zu gering bzw. das Wirtschaftswachstum zu schwach ist. Durch eine solche Zinssenkung vergünstigen sich die Kredite für Unternehmen, die somit mehr bzw. größere Investitionen tätigen können. Darüber hinaus zahlen auch die privaten Haushalte niedrigere Zinsen für Kredite. Auf diesem Weg soll der Konsum angeregt werden.

Zwischen geringen Leitzinsen und Niedrigzinsen für Immobilien gibt es einen indirekten Zusammenhang: Sinkende Leitzinsen bewirken niedrigere Zinsen für Bundesanleihen. Dadurch fallen ebenso die Zinsen für Pfandbriefe. Über Letztere refinanzieren Banken ihr Baufinanzierungsgeschäft. Deswegen führen geringe Leitzinsen bzw. bereits deren Ankündigung in der Regel zu Niedrigzinsen für Haus- und Wohnungskredite.

Wie wirken sich niedrige Zinsen auf die Baufinanzierung aus?

Möchtest du ein Baudarlehen abschließen, dann spielen die dafür zu zahlenden Zinsen eine zentrale Rolle. Aus Sicht der Darlehensnehmenden sind diese nichts anderes als Gebühren, also Kosten. Damit lässt sich die Frage direkt beantworten: Niedrige Bauzinsen machen deine Baufinanzierung günstiger. So sorgen geringere Sollzinsen bei gleichem Tilgungssatz für kleinere Darlehensraten. Dadurch sparst du bares Geld. Außerdem können sich Darlehensnehmende bei niedrigeren Zinsen größere Kreditbeträge leisten und damit teurere Immobilien kaufen.

Macht ein Zinsunterschied von 0,1 Prozent viel aus?

Bei Immobilienfinanzierungen hat ein Zinsunterschied von nur 0,1 Prozent bereits einen großen Einfluss auf die Gesamtkosten. Schließlich geht es hier in der Regel um Darlehensbeträge von mehreren Hunderttausend Euro, die über viele Jahre zurückzuzahlen sind. Ist der gewährte Zins lediglich um 0,1 Prozent geringer, kannst du über die Gesamtlaufzeit für gewöhnlich mehrere Tausend Euro sparen. Umgekehrt bedeutet ein kleiner Zinsaufschlag deutlich höhere Kosten für dich. Wie die Sollzinsen derzeit stehen, zeigt dir unser tagesaktueller Chart zur Entwicklung der Bauzinsen.

Mit Volltilgerdarlehen Niedrigzinsen sichern

In einer Niedrigzinsphase ist es sinnvoll, sich die aktuellen Zinsen möglichst lange festschreiben zu lassen. Nimmst du ein Volltilgerdarlehen auf, führst du deinen Kredit innerhalb der Zinsbindung vollständig zurück. Damit entfällt das Risiko steigender Hypothekenzinsen für die Anschlussfinanzierung.

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In diesem Artikel:

Wie wirken sich niedrige Zinsen auf die Immobilienpreise aus?

Gesunkene Bauzinsen bieten den Darlehensnehmenden einen Kostenvorteil bei ihrer Baufinanzierung. Aufgrund dessen steigt für gewöhnlich die Nachfrage am Immobilienmarkt. Das kann dir nicht nur die Suche nach einem passenden Eigenheim erschweren. Die Preise für Wohnraum ziehen ebenfalls an. Somit haben fallende Hypothekenzinsen oft steigende Immobilienpreise zur Folge.

Auf welche Weise niedrige Zinsen der EZB die Zinsen von Baufinanzierungen beeinflussen, ist komplex. Hintergrund dazu: Reduziert die EZB ihre Leitzinsen, sinken normalerweise für die Banken die Kosten zur Refinanzierung ihres Immobilienkreditgeschäfts. Diesen Vorteil geben sie für gewöhnlich (zum Teil) an ihre Kundinnen und Kunden weiter. Deshalb darfst du dich in einer Niedrigzinsphase häufig über bessere, also günstigere Zinsen für deinen Baukredit freuen.

Wie wirken sich Niedrigzinsen auf die Kosten einer Immobilienfinanzierung aus?

Niedrige Kreditzinsen verringern deine Finanzierungskosten. Dadurch kannst du dir bspw. einen höheren Kreditbetrag leisten oder dein Darlehen schneller zurückzahlen. Was ein Niedrigzins für deine Baufinanzierung im Detail bedeutet, verdeutlicht ein kurzes Rechenbeispiel. Dazu folgende Vorgaben: 

  • Finanzierungsvorhaben: Kauf einer Immobilie
  • Kaufpreis: 400.000 €
  • Eigenkapital: 100.000 €
  • Gesamtlaufzeit: 20 Jahre
  • Sollzinsbindung: 20 Jahre (Volltilgerdarlehen)

Für verschiedene Zinssätze ergeben sich über die Gesamtlaufzeit unterschiedlich hohe Zinszahlungen:

Zusammenhang zwischen Niedrigzinsen und Kosten einer Immobilienfinanzierung

Das Beispiel unterstreicht: Mit höherem Zins verteuern sich sowohl die Kreditraten als auch die zu leistenden Zinszahlungen. Erhältst du etwa einen Niedrigzins von 2 Prozent, wären hier deine gesamten Zinskosten weniger als halb so hoch im Vergleich zu einem Sollzins von 4 Prozent.

Infrografik Zinstrend niedrige Bauzinsen

Niedrigzinsphase bis 2021: ein historischer Sonderfall

Seit Ende 2008, Anfang 2009 sind die Bauzinsen in Deutschland  mit kürzeren Gegenanstiegen  gefallen. Ab dem Jahr 2016 hatte sich dann eine lange Phase historisch geringer Zinsen eingestellt. In dieser Zeit waren Hypothekenzinsen von unter 1 Prozent realistisch (Sollzins, 10-jährige Zinsbindung, 300.000 Euro Nettodarlehensbetrag, beste Bonität vorausgesetzt). Infolge der niedrigen Zinsen sind die Kosten für Baugeld stark zurückgegangen. Zeitgleich ist die Nachfrage nach Immobilien stetig gestiegen, was die Kaufpreise für „Betongold“ nach oben klettern ließ. Dieser Trend hielt bis zum Jahr 2021 an.

Infografik Zinstrend steigende Bauzinsen

Bauzinsen seit 2021

Nach einer Phase sehr geringer Zinsen haben sich die Bauzinsen in den Jahren 2021 bis 2024 so entwickelt:

  • 2021: Nach Niedrigzinsen von rund 0,5 Prozent stiegen diese bis zum Jahresende auf ca. 0,9 Prozent.
  • 2022: Während der EZB-Leitzins mehrfach im Jahr erhöht wurde, kletterten die Bauzinsen rasant auf bis zu ca. 4 Prozent.
  • 2023: Im anschließenden Jahr schwankten die Hypothekenzinsen auf einem höheren Niveau zwischen etwa 3,3 und 4 Prozent.
  • 2024: Mit rund 3,0 bis 3,6 Prozent fielen die Bauzinsen in dieser Zeit geringfügig niedriger aus als noch im Vorjahr.
  • 2025: Mitte März 2025 haben sich die Bauzinsen innerhalb weniger Tage von unter 3,0 Prozent auf fast 3,2 Prozent verteuert. Hintergrund: Die Schuldenpolitik der kommenden Bundesregierung hat auch Auswirkungen auf die Bauzinsen. Denn das Schuldenpaket soll über die Ausgabe von Staatsanleihen (10-jährigen Bundesanleihen) finanziert werden. Hierfür erwartet der Kapitalmarkt einen Zinsaufschlag. Dieser wirkt sich ebenso auf die Zinsen der Pfandbriefe und damit auf die gewährten Hypothekenzinsen aus. Des Weiteren prognostizieren die meisten Banken, dass die Bauzinsen in den nächsten Monaten weiter steigen. Mehr erfährst du in unserem Artikel zu Zinsentwicklung und Prognose.

Wird es wieder eine Niedrigzinsphase geben?

Ob und wann es erneut Niedrigzinsen gibt, kann niemand genau prognostizieren. Dafür spielen zu viele unvorhersehbare Faktoren in die Zinsentwicklung hinein. Allgemein gilt jedoch: Für eine neue Niedrigzinsphase müsste zuerst die EZB ihre Leitzinsen deutlich reduzieren. Allerdings: Solange die Inflation in der Eurozone nicht spürbar zurückgeht, ist eine Leitzinssenkung praktisch ausgeschlossen. Denn niedrigere Zinsen würden das Geld "billiger" machen, was für gewöhnlich die Inflation weiter anheizt.

Des Weiteren erwarten die meisten Finanzmarkt-Analystinnen und -Analysten, dass die EZB ihre Leitzinsen in nächster Zeit konstant hält. Somit sind aus heutiger Sicht auch Niedrigzinsen für Immobilien kurz- bis mittelfristig unwahrscheinlich.

Zinsvergleich machen und Kosten sparen

Eigenkapital, Tilgungssatz, Laufzeit, Zusatzoptionen: Neben diesen Stellschrauben beeinflussen vor allem die Bauzinsen die Kosten einer Baufinanzierung. Deswegen ist ein professioneller Zinsvergleich so wichtig. Wer etwa einen lediglich um 0,1 geringeren Hypothekenzins erhält, spart über die Gesamtlaufzeit der Immobilienfinanzierung oft mehrere Tausend Euro.

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Einen individuellen Sollzins für dein Baudarlehen kannst du jederzeit über unseren Zinsrechner ermitteln.

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Häufig gestellte Fragen: Auswirkung niedriger Zinsen

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