Riester-Rente zur Tilgung von Darlehen

Ist eine Riester-Entnahme zur Finanzierung eines Eigenheims möglich? Voraussetzungen, Konditionen, Vorteile, Nachteile und mehr.

Das Wichtigste in Kürze

Grundsätzlich lässt sich auch die Riester-Rente zur Tilgung eines Darlehens heranziehen  eine vorherige Umwandlung in Wohn-Riester ist nicht zwingend nötig.

Verwendest du einen Teil der Riester-Rente als zusätzliches Eigenkapital für deine Baufinanzierung, dann kannst du dadurch deine Kreditschuld schneller tilgen und die Zinsaufwendungen reduzieren.

Beträgt dein Riester-Guthaben mindestens 3.000 Euro, darfst du zum Zeitpunkt deines Renteneintritts unter gewissen Voraussetzungen bis zu 30 Prozent des Riester-Vertrags zur Tilgung deines Immobiliendarlehens nutzen.

Eine Riester-Entnahme zur Kredittilgung lohnt sich meist dann, wenn der zu zahlende Darlehenszins höher ausfällt als die Rendite der Riester-Rente.

In diesem Artikel:
Author Ivan Volic
Experte Bausparen & Baufinanzierung
Aktualisiert am 13.08.2026

Kann die Riester-Rente zur Tilgung von Darlehen genutzt werden?

Besparst du bereits einen Riester-Vertrag, musst du dir diesen später nicht vollständig als monatliche Riester-Rente auszahlen lassen. Stattdessen ist es unter bestimmten Bedingungen möglich, die Riester-Rente zur Tilgung eines Darlehens einzusetzen. Vorteil dabei: Wer Wohneigentum finanzieren möchte, kann seine Riester-Entnahme als Eigenkapital verwenden. Dazu fließt das angesparte Geld direkt in das laufende Immobiliendarlehen bspw. in Form einer Sondertilgung. Auf diese Weise senkst du deine Kreditschuld schneller, wodurch du dein Darlehen rascher zurückführst. Außerdem vermindert eine frühere Tilgung deine (Zins-)Kosten.

Was ist die Riester-Rente?

Bei der Riester-Rente handelt es sich um eine privat finanzierte Rente, für die der Staat Zulagen und steuerliche Vorteile gewährt. Familien mit Kindern und Berufseinsteiger/-innen werden hierbei besonders gefördert.

Generell lässt sich mit unterschiedlichen Varianten der Riester-Rente ein Hauskredit tilgen. Dafür kommen etwa diese Sparformen infrage: 

  • Riester-Rentenversicherung
  • Riester-Fondssparplan
  • Riester-Banksparplan
  • Wohn-Riester
  • Riester in der betrieblichen Altersversorgung

Inwieweit es sinnvoll sein kann oder möglich ist, Riester-Rente in deiner Immobilienfinanzierung zu berücksichtigen, können die erfahrenen Berater und Beraterinnen von Baufi24 mit dir besprechen.

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Riester-Entnahme für Eigenheim: Welche Voraussetzungen?

Möchtest du die Riester-Rente für deine Baufinanzierung verwenden, prüfe zuvor, ob das zulässig ist. Eine Riester-Entnahme ist insbesondere an folgende Bedingungen geknüpft: 

  • Mindestbetrag: Bei einer Wohn-Riester-Teilentnahme müssen nach der aktuellen Regelung mindestens 3.000 Euro gefördertes Kapital im Vertrag verbleiben; für bestimmte Entnahmezwecke gilt zudem eine Mindestentnahmesumme von 3.000 Euro.
  • Antragstellung: Für jede Entnahme ist bei der ZfA (Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen) der Deutschen Rentenversicherung ein eigener Antrag zu stellen.
  • Frist: Der Antrag muss in der Regel bis spätestens 10 Monate vor dem Start der Riester-Rentenauszahlung der ZfA vorliegen.
  • Darlehenskonditionen: Darlehenskonditionen: Das Darlehen muss für die Anschaffung oder Herstellung der selbst genutzten Wohnimmobilie aufgenommen worden sein. Die konkrete Möglichkeit der Tilgung bzw. Ablösung muss mit dem Darlehensvertrag vereinbar sein.
  • Nachweis über ein Darlehen zum Kauf oder Bau eines Eigenheims: Für eine Riester-Entnahme zur Immobilienfinanzierung benötigt die ZfA eine Kopie des Darlehensvertrags inklusive eines Nachweises zur Tilgungsoption sowie zur Restschuld.

Wie fließt die Riester-Rente in meine Baufinanzierung ein?

Die 30-Prozent-Regel beinhaltet die optionale einmalige Teilkapitalauszahlung am Anfang der Auszahlungsphase. Es gibt jedoch keine spezielle Zweckbindung, die sich nur auf die Tilgung des Immobiliendarlehens beziehen würde. Dafür gibt es demgegenüber die Regelung beim Wohnriester. In diesem Fall kann der Altersvorsorge-Eigenheimbetrag als förderunschädliche Maßnahme bis zu 100 Prozent des geförderten Altersvorsorgevermögens betragen, wenn es sich um selbstgenutztes Wohneigentum handelt.

Welche Darlehensarten lassen sich über eine Riester-Rente tilgen?

Die ZfA gibt vor, für welche Kreditarten bzw. Vorhaben du einen Entnahmeantrag einreichen kannst. Planst du, die Riester-Rente zur Tilgung einzusetzen, muss das Darlehen einen der folgenden Verwendungszwecke haben:

  • Erwerb oder Bau einer Immobilie
  • Kauf eines lebenslangen Dauerwohnrechts
  • Erwerb von Genossenschaftspflichtanteilen
  • Altersgerechter/barrierearmer Umbau
  • Energetische Sanierungsmaßnahmen

Darlehen für den barrierefreien Umbau können nicht mit Wohn-Riester getilgt werden. Für bestimmte Umbau- bzw. Sanierungsmaßnahmen kann aber eine unmittelbare Entnahme möglich sein.

Ob eine Auszahlung aus der Riester-Rente zur Finanzierung eines Eigenheims sinnvoll ist, lässt sich so abschätzen: Sind die aktuellen Bauzinsen für das bereitgestellte Darlehen höher als die Rendite des Riester-Vertrags, solltest du auf einen Teil des Riester-Guthabens zur Tilgung des Immobilienkredits zurückgreifen. Hierfür kannst du zum Rentenstart bis zu 30 Prozent deines Riester-Kapitals abrufen. Zu beachten ist, dass die Auszahlung zwar besteuert wird, jedoch im Zuge von Wohnriester durch die Verbuchung auf dem Wohnförderkonto erst später, also nachgelagert.

Riester-Reform ab 2027: Was ändert sich mit der neuen staatlich geförderten privaten Altersvorsorge?

Die Riester-Reform bringt ab 2027 neue Regeln für die private Altersvorsorge, vor allem durch das Altersvorsorgedepot. Die bisherige Riester-Förderung wird für Neuverträge durch das Altersvorsorgedepot ersetzt, sodass ab 2027 keine neuen Riester-Verträge mehr abgeschlossen werden können. Für bereits vor 2027 abgeschlossene Riester-Verträge gilt jedoch grundsätzlich Bestandsschutz, denn diese können nach den bisherigen Regelungen fortgeführt werden. 

Allerdings hast du die Möglichkeit, in die neue Förderung zu wechseln - du musst aber nicht. Abgeschafft wird zum Beispiel die jährliche 2-Prozent-Erhöhung des Wohnförderkontos, wobei das Wohn-Riester und damit die Eigenheimrenten-Förderung an sich erhalten bleibt. Zu beachten ist jedoch, dass die Möglichkeit der Entnahme für Wohneigentum nicht mehr zwangsläufig in jedem Vertrag integriert sein muss. Der Anbieter kann das frei entscheiden. 

Zudem findet eine Vereinfachung der Besteuerung des Wohnförderkontos statt, die in Zukunft auf fünf Jahre (bisher bis zum 85. Lebensjahr) verteilt wird.

Weitere wichtige Änderungen sind:

  • Grundzulage zukünftig bis zu 540 Euro Grundzulage möglich (bisher 175 Euro)

  • Sparen in ETFs und Aktien (ohne Garantien) möglich

  • Kostendeckel von 1% für die Produkte

Riester-Entnahme für Wohneigentum: Vorteile und Nachteile

Ehe du dich für eine Riester-Entnahme zur Baufinanzierung entscheidest, informiere dich hier zu den wichtigsten Vor- und Nachteilen eines solchen Vorgehens:

Vorteile
Nachteile
  • Die Auszahlung der Riester-Rente wird von den Banken in der Regel als Eigenkapital anerkannt.
  • Das Darlehen lässt sich rascher zurückführen, was Zinskosten spart.
  • Es ist lediglich eine Teilentnahme zum Rentenbeginn ratsam, denn bei einer vorzeitigen Entnahme oder einer Komplettauszahlung hast du die bereits gutgeschriebenen Förderungen zu erstatten.
  • Du darfst mit der Riester-Rente nur Kredite tilgen, die du für einen wohnwirtschaftlichen Zweck aufgenommen hast.
  • Die Antragstellung und das Bewilligungsverfahren bei der ZfA gestalten sich etwas aufwendiger.
  • Riester-Auszahlung unterliegt der Steuerpflicht, aber bei Wohn-Riester wird erst später nachgelagert versteuert.
  • Eine Entnahme schmälert die spätere monatliche Riester-Rente.
Illustration Mann Taschenrechner

Wann lohnt es sich, die Riester-Rente für die Immobilienfinanzierung zu nutzen?

Besitzt du einen Riester-Vertrag, ist eine Entnahme zur Darlehenstilgung in diesem Fall empfehlenswert:

  • Wenn die Rendite der Riester-Rente niedriger ist als der zu zahlende Kreditzins.
  • Benötigst du für deine Baufinanzierung dringend Eigenkapital, kannst du ebenfalls über eine Riester-Auszahlung nachdenken. 
  • Haben sich seit dem Abschluss des Immobiliendarlehens deine Einkünfte verringert? Dann ist eine Riester-Entnahme zur Finanzierung von Wohneigentum eventuell hilfreich.

Ob dem tatsächlich so ist, lässt sich im Rahmen einer individuellen Beratung durch Spezialisten und Spezialistinnen für Finanzierungen klären.

Riester-Entnahme als Eigenkapital einsetzen

Eine Auszahlung der Riester-Rente ist eine mögliche Option für Darlehensnehmende, wenn sie zusätzliches Eigenkapital in Form einer Sondertilgung in ihre Immobilienfinanzierung einbringen möchten. Dadurch lässt sich die Darlehensschuld zügiger verringern, was Zinskosten spart.

Qualifizierte Beratung in Sachen Baufinanzierungen und Förderungen: Wünschst du nähere Informationen zu den Verwendungsmöglichkeiten der Riester-Rente für einen Immobilienkredit oder bist du auf der Suche nach einem zinsgünstigen Baudarlehen? Unser Baufi24 Team berät dich zu diesen Themen ebenso fachkundig wie ausführlich. Wir vergleichen die Angebote von über 600 Banken und erstellen dir ein passgenaues Finanzierungskonzept, das alle relevanten Förderungen einbezieht. 

Häufig gestellte Fragen: Riester-Rente zur Tilgung von Darlehen

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