Hausgeld

Was bedeutet Hausgeld und was gehört dazu? Höhe, Zusammensetzung, Sparmöglichkeiten, Tipps für den Wohnungskauf: alles in einem Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze

Beim Hausgeld handelt es sich um einen meist monatlich anfallenden Beitrag, den Wohnungseigentümer/-innen zum Unterhalt ihres Gemeinschaftseigentums leisten.

Das Hausgeld für eine Eigentumswohnung ist im Durchschnitt um ca. 20 bis 30 Prozent höher als die Nebenkosten für Mieter/-innen. Häufig zahlst du monatlich zwischen etwa 3,00 und 4,50 Euro pro Quadratmeter.

Zum Einsparen von Wohngeld sollten Angebote für Versicherungen und Dienstleistungen regelmäßig verglichen und die Arbeit der Hausverwaltung kontrolliert werden.

Prüfe vor einem Wohnungskauf die letzte Jahres- bzw. Hausgeldabrechnung und achte auf die Höhe der Instandhaltungsrücklage, um einen Sanierungsstau zu erkennen.

In diesem Artikel:
Author Sascha Neuendorf
Experte Immobilienfinanzierung
Aktualisiert am 13.01.2026

Was ist Hausgeld?

Nach einem Wohnungskauf kommen regelmäßige Aufwendungen auf dich zu: Das Hausgeld ist ein von Wohnungsbesitzenden für gewöhnlich monatlich zu zahlender Vorschuss, der die anfallenden Kosten für den Gebrauch des Gemeinschaftseigentums decken soll. Als Mitglied einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) bist du zum Zahlen des vereinbarten Hausgelds verpflichtet. Die gesetzliche Grundlage hierfür bildet das Wohnungseigentumsgesetz - WEG und dabei besonders die § 16 Abs. 2 und § 28 Abs. 1. Wer das Hausgeld zahlt, ist ferner berechtigt, das Gemeinschaftseigentum zu nutzen.

Zum Hausgeld zählen Nebenkosten und Rücklagen

Was ist das Hausgeld genau? Für die Eigentümergemeinschaft stellt das Hausgeld eine Art von Nebenkosten dar. So umfasst dieses unter anderem die Heiz- und Stromkosten für das Gemeinschaftseigentum. Daneben besteht das Hausgeld ebenso aus einer Instandhaltungsrücklage. Im Hausgeld für Eigentumswohnungen sind also sowohl Nebenkosten als auch Rücklagen enthalten.

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Wer eine Wohnung kaufen und finanzieren möchte, sollte im Rahmen der Planung nicht nur die Kreditraten und die Kaufnebenkosten berücksichtigen, sondern auch regelmäßig anfallende Kosten wie das Hausgeld. Baufi24 berät dich rund um das Thema Finanzierung und nachhaltige Ausgabenplanung, um auch langfristig solide alle Ausgaben decken zu können.
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Was gehört zum Hausgeld?

Das monatlich oder jährlich zu zahlende Hausgeld umfasst eine Reihe an Positionen. Dazu zählen Aufwendungen für: 

  • Reinigung des Gehwegs, des Treppenhauses und anderer Gemeinschaftsbereiche
  • Heizung und Beleuchtung für Gemeinschaftsbereiche
  • Wasser und Abwasser
  • Müllentsorgung
  • Hausmeisterservice
  • Betrieb des Aufzugs (inklusive Wartung)
  • Gartenpflege
  • Hausverwaltung
  • Instandhaltungsrücklage
  • Wohngebäudeversicherung

Was gehört nicht zum Hausgeld?

Laut Definition finanzieren Wohnungsbesitzende über das Hausgeld in erster Linie Aufwendungen, die für die gemeinschaftlichen Bereiche des Hauses anfallen. Folgende Kosten sind nicht Teil des Hausgelds für Eigentumswohnungen: 

  • Grundsteuer
  • Stromkosten für die eigene Wohnung
  • Aufwendungen für Internet, Telefonie und TV
  • Instandhaltungs-, Renovierungs- und Sanierungskosten für die eigene Wohnung
  • individuelle Versicherungen, wie etwa Hausratversicherungen

Hausgeld vs. Nebenkosten: Was ist der Unterschied?

Vieles, was Wohnungsbesitzende über das Hausgeld, manchmal auch als Wohngeld bezeichnet, für ihre Eigentumswohnung bezahlen, müssen Mieter/-innen übernehmen. Welche Nebenkosten sie genau zu tragen haben, steht in der jährlich erstellten Betriebskostenabrechnung. Wie der Name sagt, enthält die Aufstellung Kosten, die für den Betrieb der Immobilie erforderlich sind.

Ausgaben für Reparaturen oder Instandhaltungsmaßnahmen dürfen Vermieter/-innen ihren Mietern/Mieterinnen für gewöhnlich nicht in Rechnung stellen. Dasselbe gilt für Verwaltungskosten und bestimmte Versicherungen. Außerdem müssen Vermieter/-innen unregelmäßige Kosten, bspw. für das Fällen eines Baums, selbst tragen. Was das Hausgeld für Wohnungsbesitzende gegenüber den Nebenkosten für Mieter/-innen beinhaltet, zeigt diese Tabelle:

Hausgeld (Eigentümer/-in) 
Nebenkosten (Mieter/-in) 
Grundsteuer 
nein
ja
Straßenreinigung 
ja
ja
Wasser und Abwasser des Hauses 
ja
ja
Hausreinigung 
ja
ja
Hausmeister/-in
ja
ja
Winterdienst
ja
ja
Beleuchtung des Treppenhauses/der Gemeinschaftsräume 
ja
ja
Heizkosten für Wohnung 
manchmal
ja
Wartungskosten, bspw. für Aufzug, Heizungssystem 
ja
ja
Instandhaltungsrücklage 
ja
nein
Grünanlagenpflege 
ja
ja
Verwaltungskosten
ja
nein
Gebäudeversicherung 
ja
ja
Hausratversicherung
nein
nein
Haus-Haftpflichtversicherung 
nein
ja

Wie hoch ist das Hausgeld durchschnittlich?

Für Wohnungsbesitzende macht das Hausgeld einen erheblichen Anteil an den monatlichen Kosten für das Haus aus. Erwirbst du in Deutschland eine Eigentumswohnung, liegt das Hausgeld im Durchschnitt rund 20 bis 30 Prozent höher als die Nebenkosten, die Mieter/-innen zahlen. Wie hoch die Vorschüsse letztlich ausfallen, lässt sich jedoch nicht allgemein sagen. Denn die Höhe des Hausgelds hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Lage: Wegen der größeren Lebenshaltungskosten sind die Hausgelder in Großstädten häufig höher.
  • Größe des Gemeinschaftseigentums: Kleinere Anwesen bedeuten in der Regel weniger Betriebskosten, sprich geringeres Hausgeld.
  • Alter der Immobilie: Bei älteren Gebäuden steigt normalerweise der Instandhaltungs- und Sanierungsaufwand, wodurch sich das Hausgeld verteuert.
  • Ausstattung: Für Häuser mit Aufzug, (Tief-) Garagen und gepflegten Gärten zahlst du tendenziell mehr Hausgeld.

Darüber hinaus wirkt sich die Höhe der Personal- und Versicherungskosten auf das Hausgeld aus. Bist du gerade dabei, deine Baufinanzierung zu planen, solltest du auch das später zu zahlende Hausgeld berücksichtigen. Dieses beträgt meist ca. 3,00 bis 4,50 Euro je Quadratmeter und Monat.

Wann ist eine Nachzahlung nötig?

Reicht das Hausgeld nicht aus, um die tatsächlichen Kosten zu decken, ist eine Nachzahlung fällig. Diese kann einmal jährlich erfolgen, nachdem die Verwaltung die Jahresabrechnung für das abgelaufene Wirtschaftsjahr angefertigt hat.

Jahresabrechnung für Eigentumswohnung

In der Jahresabrechnung stellt die Hausverwaltung die geleisteten Hausgeldzahlungen den tatsächlichen Kosten gegenüber. Daraus ergibt sich dann entweder eine Rückerstattung oder Nachzahlung.

Wie wird über die Höhe des Hausgeldes entschieden?

Die Basis für das monatlich oder jährlich zu zahlende Hausgeld bildet der von der Hausverwaltung angefertigte Wirtschaftsplan. Dieser listet die zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben für das Gemeinschaftseigentum im kommenden Wirtschaftsjahr auf. Über die Höhe des Wohngelds entscheidet dann die Eigentümergemeinschaft einmal pro Jahr auf der Eigentümerversammlung.

Versteckte Kosten Eigentumswohnung

Prüfe noch vor dem Immobilienkauf, ob die angesparte Instandhaltungsrücklage für die geplanten Maßnahmen genügt. Ist das nicht der Fall, musst du in Zukunft mit einer Sonderumlage rechnen - also zusätzlichen Kosten.

Wie setzt sich das Hausgeld zusammen?

Die Bestandteile des Hausgelds lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen. Dabei wird häufig nach umlagefähigen und nicht-umlagefähigen Kosten unterschieden.

Umlagefähig sind Kosten bspw. hierfür: 

  • Wasser und Abwasser
  • Abfallentsorgung
  • Straßenreinigung
  • Hausreinigung
  • Beleuchtung des Treppenhauses
  • Wartungskosten, etwa für die Heizungsanlage
  • Gebäudeversicherung

 Zu den nicht-umlagefähigen Kosten gehören Aufwendungen für:

  • Instandhaltungsrücklage
  • Honorar für Hausverwaltung

Hausgeld bei der Vermietung der Eigentumswohnung

Vermietest du deine Wohnung, kannst du viele Posten des Hausgelds den Mietern/Mieterinnen in Rechnung stellen. Das ist mit allen umlagefähigen Kosten möglich. Welche das im Detail sind, regelt die Betriebskostenverordnung. Willst du eine
Wohnung finanzieren und vermieten, müssen Mieter/-innen die Kosten vor allem hierfür tragen:

  • Wasser
  • Entwässerung
  • Heizkosten
  • Gebäudereinigung
  • Straßenreinigung
  • Müllbeseitigung
  • Beleuchtung für Gemeinschaftsbereiche, insbesondere für das Treppenhaus
  • Wartungskosten, bspw. für Rauchwarnmelder
  • Aufzugkosten
  • Gartenpflege
  • Hausmeisterdienste
  • Haus-Haftpflichtversicherung
  • Gebäudeversicherung

Spar-Tipp für Vermieter/-innen

Als Vermieter/-in kannst du in den Mietvertrag weitere sonstige Betriebskosten aufnehmen, die deine Mieter/-innen zusätzlich zu zahlen haben. Dadurch reduzierst du deine monatlichen Kosten für das Haus bzw. die Wohnung.

Folgende nicht-umlagefähige Nebenkosten für die Eigentumswohnung müssen Vermieter/-innen in der Regel selbst finanzieren:

  • Instandhaltungskosten
  • Reparaturkosten
  • Verwaltungsaufwendungen

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Mit dem kostenlosen Finanzierungsrechner planst du deine Immobilienfinanzierung direkt online. Dafür benötigst du nur wenige Eingaben und erhältst dann unter anderem eine mögliche Rate und einen Nettodarlehensbetrag.

TIPPS

Hausgeld senken: Welche Möglichkeiten gibt es?

Nicht nur die Nebenkosten beim Wohnungskauf lassen sich oft reduzieren. Beim Hausgeld gibt es ebenfalls Einsparpotenzial. Dazu einige Tipps für (künftige) Eigentümer/-innen:

  • 1.
    Angebote für Versicherungen und Dienstleistungen vergleichen:
    Etwa für Gebäudeversicherung, Hausmeisterdienste, Gartenpflege, Instandhaltungsmaßnahmen und Reparaturen.
  • 2.
    Hausverwaltung kontrollieren:
    Regelmäßig prüfen, ob die Hausverwaltung effizient arbeitet. Andernfalls ist ein Wechsel zu einer anderen Hausverwaltung eventuell sinnvoll.
  • 3.
    Kleinere Arbeiten selbst ausführen:
    Ggf. kann ein handwerklich geschultes Mitglied der WEG kleinere Instandhaltungsarbeiten erledigen (bspw. ein Glühbirnenwechsel im Treppenhaus).
  • 4.
    Rücklagen geschickt einsetzen:
    Instandsetzungsbedarf frühzeitig erkennen, um größere Reparaturen zu vermeiden.
  • 5.
    In energieeffiziente Heizung und Lüftung investieren:
    Moderne, energieeffiziente Systeme minimieren die monatlich anfallenden Energiekosten.
  • 6.
    Wirtschaftsplan prüfen:
    Anhand der Unterlage lassen sich häufig Einsparpotenziale identifizieren.
  • 7.
    Einfluss in Eigentümerversammlungen nutzen:
    Bei der Festsetzung der Vorschüsse aktiv mitwirken und ggf. Argumente für ein geringeres Hausgeld vorbringen.
  • 8.
    Als Vermieter/-in Steuern sparen:
    Nicht-umlagefähige Kosten lassen sich anteilig steuerlich absetzen, sofern das Geld bereits ausgegeben wurde.

Was passiert, wenn ich das Hausgeld nicht zahle?

Normalerweise ist das Hausgeld einmal pro Monat fällig. Zahlt ein Mitglied der WEG den Vorschuss nicht, fordert ihn die Hausverwaltung zur Nachzahlung auf. Wird das Hausgeld für die Eigentumswohnung weiterhin nicht überwiesen, leitet die Hausverwaltung ein Mahnverfahren ein.

Hat dieses auch keinen Erfolg, ist eine Klage vor Gericht der nächste Schritt. Dadurch entstehen neben dem zu zahlenden Hausgeld weitere erhebliche Kosten. So können im Fall einer Klage die anderen Mitglieder der WEG Verzugszinsen geltend machen. Diese hat das säumige Mitglied zusätzlich zu begleichen. Zahlst du dauerhaft kein Hausgeld, kann das letztlich bis zum Verlust des Wohneigentums führen.

Kann die WEG Hausgeld einklagen?

Ja, die WEG darf eine Zahlungsklage bei Gericht anstrengen, wenn sich ein Mitglied weigert, Hausgeld zu überweisen. Eingereicht wird die Klage von der Hausverwaltung, die die WEG vertritt.

Hausgeld beim Kauf einer Eigentumswohnung: Worauf muss ich achten?

Hausgeld: Was ist das und welche Rolle spielt es für künftige Wohnungsbesitzende? Der regelmäßig zu leistende Vorschuss ist ein wichtiger Faktor bei der Kaufentscheidung für eine Immobilie. Berücksichtige deshalb das Hausgeld ebenso bei deiner Checkliste für den Wohnungskauf. Kontrolliere vor einem Erwerb diese Unterlagen: 

  • Wirtschaftsplan
  • Jahresabrechnung bzw. Hausgeldabrechnung

Letztere ist besonders relevant. So weist die Hausgeldabrechnung sämtliche Kosten aus, die für den Unterhalt des Gemeinschaftseigentums angefallen sind. Wie oft und wie viel man Hausgeld zahlt, richtet sich zudem nach der Höhe der Instandhaltungsrücklage. Ist diese nicht vorhanden, liegt womöglich ein Sanierungsstau vor. Eine sehr hohe Instandhaltungsrücklage hingegen kann ein Indiz für eine große anstehende Reparatur sein.

Was ist Hausgeld und wie lässt sich eine Wohnung günstig finanzieren? Das Baufi24 Team beantwortet dir alle Fragen rund um das Thema Immobilienfinanzierung. Gern beraten dich unsere Expertinnen und Experten ebenfalls, wenn du eine passende Förderung für eine Eigentumswohnung suchst. Lasse dir jetzt ein individuelles, kostenfreies Finanzierungskonzept anfertigen.

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Häufig gestellte Fragen: Hausgeld

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