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Wie Sie Streitigkeiten mit der Nachbarschaft vermeiden

Der Garten - worauf ist bei Bepflanzung und Bebauung zu achten?
Für viele Menschen ist der eigene Garten beliebter Rückzugsort, eine Entspannungsoase, die liebe- und manchmal auch mühevoll gehegt und gepflegt wird. Obstbäume werden gepflanzt, im Gewächshaus werden Tomaten gezüchtet, ein Komposthaufen liefert fruchtbare Erde für die Gemüsebeete. Und was gibt es Schöneres, als einen warmen Sommerabend entspannt im Liegestuhl zu verbringen? Nicht immer aber kann der Gärtner sein Glück in Ruhe genießen.

 

Die Bepflanzung und Bebauung eines Gartens bietet häufig Anlass für Streit in der Nachbarschaft. Die Hecke wächst auf das Nachbargrundstück, der Nachbar beschwert sich, dass Äpfel von seinem Baum gepflückt wurden, obwohl die Zweige über sein Grundstück hinausragen. Außerdem will er ein Gewächshaus direkt an die Grundstücksgrenze bauen.

 

Mindestabstände
Das nachbarschaftliche Zusammensein wird in Deutschland durch das Nachbarrecht geregelt, wobei jedes Bundesland über ein eigenes Nachbarrechtsgesetz verfügt. Um langwierigen und nervenaufreibenden Streit zu vermeiden, sollten sich deshalb Gartenbesitzer mit den für ihren Wohnort geltenden Bestimmungen vertraut machen. So müssen Hecken immer einen Mindestabstand zum Grundstück des Nachbarn aufweisen. Allgemein gilt: je höher die Hecke, desto größer der Abstand. So liegt in Niedersachsen der Mindestabstand für Hecken bis zu einer Höhe von 1,20 Meter bei 25 Zentimetern, in Baden-Württemberg muss der Abstand mindestens einen halben Meter betragen. Der Abstand wird vom Stamm aus gemessen. Wächst die Hecke zu nah an das benachbarte Grundstück heran, muss sie zurückgeschnitten werden. Auch für Bäume und Sträucher existieren entsprechende Vorschriften, spezielle Bestimmungen gibt es unter anderem für Rebstöcke und Hopfenpflanzen. Wird der Mindestabstand nicht eingehalten oder wächst die Hecke über die zulässige Höhe hinaus, kann die Beseitigung der Anpflanzung verlangt werden, wobei dies innerhalb von fünf Kalenderjahren zu erfolgen hat. Nach Ablauf dieser Frist kann lediglich das Zurückschneiden eingefordert werden. Es gibt aber die Möglichkeit, eine Hecke direkt auf die Grundstücksgrenze zu pflanzen, wenn der Nachbar dem ausdrücklich zustimmt. Obst von Nachbarbäumen, die auf das eigene Grundstück hineinragen, darf übrigens nicht gepflückt werden. Erst wenn es vom Baum auf das eigene Grundstück fällt, gehört es nicht mehr dem Nachbarn.

 

Gebäude auf dem Grundstück
Ob die Errichtung von Gebäuden wie Gewächshäusern oder Schuppen genehmigungspflichtig ist, wird durch die jeweiligen Landesbauordnungen geregelt. Dies ist abhängig vom Raumvolumen des geplanten Gebäudes. Allgemein kann man davon ausgehen, dass kleinere Gewächshäuser oder Schuppen nicht genehmigt werden müssen. Klarheit verschafft eine Auskunft der zuständigen Verwaltung. Die gibt auch darüber Auskunft, ob kleinere Gebäude direkt an der Grenze errichtet werden dürfen oder ob ein Mindestabstand einzuhalten ist. Sonderregelungen können für den Bau eines Kleingebäudes in der sogenannten Abstandsfläche gelten, der Fläche vor Außenwänden von Häusern, die für gewöhnlich nicht bebaut werden darf. So darf zum Beispiel in Niedersachsen ein Nebengebäude innerhalb der Abstandsfläche maximal 15 Quadratmeter groß und nicht höher als 3 Meter sein.

 

Bei der Errichtung ohne Grenzabstand kann es zudem verpflichtend sein, den Eigentümer des angrenzenden Grundstücks in einer festgelegten Frist vor der Errichtung davon zu informieren. Sowieso ist es am besten, das Gespräch mit den Nachbarn zu suchen. Durch ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis lässt sich Streit fast immer vermeiden. Und ein Problem bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Erdbeertorte zu klären, ist allemal schöner, als den Rechtsweg zu beschreiten.