Bodenrichtwert: Grundstückswert ermitteln

Wenn du planst, ein Haus zu bauen oder eine Bestandsimmobilie zu erwerben, ist es für dich unerlässlich, den Grundstückswert ermitteln zu können. Eine exakte Einschätzung des Wertes des Grund und Bodens bildet die Grundlage für deine gesamte finanzielle Planung.

Das Wichtigste in Kürze

Um den Grundstückswert zu ermitteln, musst du zunächst den aktuellen Wert deiner Region kennen.

Die amtliche Zahl dient als Hilfswert und gibt den durchschnittlichen Quadratmeterpreis für eine bestimmte Zone an. 

Individuelle Merkmale wie Lage und Bebaubarkeit sind entscheidend, wenn du Grundstückspreise ermitteln möchtest. 

Eine professionelle Objektbewertung berücksichtigt sowohl den Bodenwert als auch den Wert vorhandener Gebäude auf dem Grundstück. 

In diesem Artikel:
Author Florian Sachse
Experte Hausbau & Finanzierung
Aktualisiert am 29.05.2026

Was ist der Bodenrichtwert?

Der Bodenrichtwert ist ein amtlich ermittelter Durchschnittswert für Grundstücke in einer bestimmten Lage. Er wird von Gutachterausschüssen auf Basis tatsächlicher Immobilientransaktionen berechnet und in Euro pro Quadratmeter angegeben. Als Orientierungsgröße dient er Käufern bzw. Käuferinnen, Verkäufern sowie Verkäuferinnen, Behörden und Banken zur realistischen Einschätzung der Grundstückspreise, ohne dabei den individuellen Verkehrswert eines Grundstücks zu ersetzen.

Ist der Bodenrichtwert höher als der Grundstückspreis?

In der Regel ist der Bodenrichtwert ein Durchschnittswert und nicht identisch mit dem Marktpreis des Grundstücks. Der tatsächliche Preis kann höher sein, wenn dein Grundstück besondere Vorzüge bietet. Umgekehrt kann er auch niedriger ausfallen, wenn Mängel vorliegen. Somit dient der Bodenrichtwert lediglich als Orientierungshilfe.

Was ist der Unterschied zwischen Bodenrichtwert und Bodenwert?

Der Bodenrichtwert ist ein amtlich ermittelter Durchschnittswert für Grundstücke in einer bestimmten Lage. Er wird von Gutachterausschüssen auf Basis tatsächlicher Immobilientransaktionen berechnet und in Euro pro Quadratmeter angegeben. Als Orientierungsgröße dient er Kaufenden, Verkaufenden, Behörden und Banken zur realistischen Einschätzung der Grundstückspreise, ohne dabei den individuellen Verkehrswert eines Grundstücks zu ersetzen.

  • Der Bodenrichtwert ist ein generalisierter Durchschnittswert für eine bestimmte Zone. Er wird von den Gutachterausschüssen ermittelt und spiegelt das typische Grundstück dieser Gegend wider.

  • Der Bodenwert hingegen ist der spezifische, individuelle Wert deines eigenen Grundstücks. Während der Richtwert die Basis bildet, fließen in den Bodenwert alle Besonderheiten deines Eigentums ein, die sich negativ oder positiv auswirken können. Das sind zum Beispiel:

    • Grundstück ist perfekt geschnitten
    • Grundstück bietet besonders schönen Ausblick
    • Altlasten
    • Ungünstige Form des Grundstücks

Wenn du also den Grundstückswert einer Immobilie exakt bestimmen möchtest, musst du den allgemeinen Richtwert an die individuellen Gegebenheiten anpassen. Das kann zum Beispiel bei einem geplanten Verkauf oder Grundstückskauf sinnvoll sein.

Was ist der Unterschied zwischen Bodenrichtwert und Verkehrswert?

Der Unterschied zwischen dem Bodenrichtwert und dem Verkehrswert ist für deine Planung auch bei der Immobiliensuche von großer Bedeutung. Wie bereits erwähnt, bezieht sich der Bodenrichtwert ausschließlich auf den unbebauten Boden und stellt einen Durchschnitt dar. Der Verkehrswert, oft auch Marktwert genannt, ist hingegen der Preis, der zum jetzigen Zeitpunkt für das gesamte Objekt erzielt werden könnte.

Er umfasst also nicht nur den Boden, sondern auch alle darauf befindlichen Gebäude, Außenanlagen und besonderen Umstände, die den Wert beeinflussen. Während der Bodenrichtwert mindestens alle zwei Jahre amtlich festgelegt wird, kann sich der Verkehrswert durch Marktschwankungen, Modernisierungen oder Veränderungen im Umfeld fast täglich ändern.

Welche Rolle spielt der Grundstückswert beim Immobilienkauf?

Der Grundstückswert beeinflusst direkt, wie viel Eigenkapital du benötigst und wie du dein Vorhaben finanzieren kannst. Banken bewerten den Bodenwert sehr genau, da er ihnen als Sicherheit dient. Wenn der Grundstückswert im Verhältnis zum Gesamtpreis sehr hoch ist, deutet das auf eine exzellente Lage hin, was langfristig eine gute Wertsteigerung verspricht. Zudem bestimmt der Wert des Grundstücks auch Folgekosten wie die Grunderwerbsteuer und die jährliche Grundsteuer. Du solltest daher immer genau prüfen, welcher Anteil des Kaufpreises auf den Boden entfällt. Das hilft dir auch dabei, die Angemessenheit des Angebots zu beurteilen.

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Wie wird der Bodenrichtwert ermittelt?

Die Ermittlung dieses Wertes ist ein gesetzlich geregelter Vorgang, der für Objektivität am Markt sorgt und das Ergebnis einer mathematischen Analyse realer Marktdaten ist. Die Grundlage für die Ermittlung bildet die Kaufpreissammlung der Gutachterausschüsse.

Wer legt den Bodenrichtwert fest?

In Deutschland sind die Gutachterausschüsse für Grundstückswerte für diese Aufgabe zuständig. Diese Gremien sind unabhängig und bestehen aus ehrenamtlichen Sachverständigen. Zu den Mitgliedern gehören oft:

  • Architekt/-innen
  • Vermessungsingenieur/-innen
  • Immobilienmakler/-innen
  • Angestellte von Banken und Behörden

Durch diese interdisziplinäre Zusammensetzung wird sichergestellt, dass verschiedene Perspektiven des Marktes in die Bewertung einfließen. Die Ausschüsse sind meist auf Ebene der Landkreise oder kreisfreien Städte organisiert.

Wie wird der Bodenrichtwert berechnet?

Berechnet wird der Bodenrichtwert auf Grundlage der Kaufpreissammlung durch die Gutachterausschüsse. Jedes Mal, wenn in Deutschland ein Grundstück verkauft wird, muss der Notar oder die Notarin eine Kopie des Kaufvertrags an den zuständigen Gutachterausschuss senden. Die Expert/-innen dort werten diese Verträge anonymisiert aus. Sie filtern ungewöhnliche Verkäufe, etwa Verkäufe unter Verwandten zu Sonderpreisen, heraus, um ein unverfälschtes Bild des Marktes zu erhalten.

Aus den verbleibenden Daten berechnen sie den Durchschnittspreis für vergleichbare Lagen. Dabei werden Faktoren wie die Art der baulichen Nutzung und die typische Grundstücksgröße berücksichtigt. Das Ergebnis ist der Richtwert, der meistens alle zwei Jahre zum Stichtag 1. Januar neu festgesetzt wird. In der Übersicht erfolgt die Ermittlung des Bodenrichtwertes also wie folgt:

  1. Sammlung der Kaufpreise durch den Gutachterausschuss

  2. Herausfiltern ungewöhnlicher Verkäufe

  3. Berechnung des Durchschnittspreises für vergleichbare Lagen (Bodenrichtwert)

Grundstückswert: Diese Faktoren sind wichtig zur Ermittlung des Bodenrichtwerts

Um den Grundstückswert ermitteln zu können, musst du die verschiedenen Faktoren kennen, die den Preis beeinflussen. Jeder dieser Einflüsse kann den Wert deines Bodens massiv verändern.

 

  • Lage des Grundstücks

    Die Mikrolage ist entscheidend, da die Nähe zu Parks, Schulen oder Einkaufsmöglichkeiten den Wert steigert. Eine ruhige Seitenstraße erzielt oft höhere Preise als eine Lage an einer Hauptverkehrsstraße. 

  • Art der baulichen Nutzung

    Ob du auf dem Grundstück ein Wohnhaus, ein Gewerbeobjekt oder ein Mischgebäude errichten darfst, ist ein wesentlicher Wertfaktor. Wohnbauland ist in vielen Regionen deutlich teurer als Flächen für Gewerbebetriebe.

  • Ausmaß der baulichen Nutzung

    Hierbei geht es darum, wie dicht und hoch du bauen darfst, was meistens durch die Geschossflächenzahl angegeben wird. Je mehr Wohnfläche du auf einer bestimmten Grundstücksfläche schaffen kannst, desto höher ist in der Regel der Wert.

  • Erschließungszustand

    Ein Grundstück, das bereits an Wasser, Strom und Kanalisation angeschlossen ist, hat einen höheren Wert als unerschlossenes Land. Die Kosten für die Erschließung sind oft erheblich und müssen bei der Kalkulation berücksichtigt werden.

  • Grundstücksgröße und Zuschnitt

    Ein rechteckiges Grundstück lässt sich meistens besser bebauen als ein sehr schmales oder verwinkeltes. Auch die Tiefe des Grundstücks spielt eine Rolle, da hintere Flächen oft weniger „wertvoll“ sind als die vorderen Baubereiche.

  • Bodenbeschaffenheit

    Die Tragfähigkeit des Bodens und das Risiko von Altlasten im Erdreich beeinflussen die späteren Baukosten direkt. Ein felsiger Untergrund oder kontaminierte Erde können den Wert eines Grundstücks erheblich mindern.

Welche Arten von Grundstücken gibt es?

Es wird zwischen Bauerwartungsland, Rohbauland und baureifem Land unterschieden. Bauerwartungsland könnte in Zukunft Bauland werden, während baureifes Land sofort bebaut werden kann. Zudem gibt es forst- oder landwirtschaftliche Flächen, die meistens einen deutlich geringeren Wert aufweisen.

Welche Rolle spielt der Bodenrichtwert bei der Bewertung des Grundstückswertes?

Der Bodenrichtwert ist das wichtigste Hilfsmittel für dich, wenn du eine erste Einschätzung vornehmen möchtest. Ohne diesen Wert hättest du kaum eine Chance, den Grundstückswert zu ermitteln, ohne Expert/-innen dafür zu bezahlen. Er spielt somit eine fundamentale Rolle, da er die Basis für das Vergleichswertverfahren bildet. In der Praxis nimmst du den Richtwert als Ausgangsbasis und führst dann Zu- oder Abschläge durch. Wenn dein Grundstück beispielsweise größer ist als das Richtwertgrundstück der Zone, könnte ein Abschlag fällig werden, da sehr große Gärten pro Quadratmeter oft günstiger gehandelt werden.

Hast du hingegen eine bessere Ausrichtung zur Sonne, rechtfertigt dies einen Zuschlag bei der Grundstücks- und Immobilienbewertung. Auch für das Finanzamt ist der Wert die entscheidende Größe bei der Feststellung des Grundsteuerwerts. Er sorgt also für eine gerechte Besteuerung und eine objektive Verhandlungsbasis zwischen Privatpersonen (Käufer/-innen und Verkäufer/-innen).

Wo kann ich den Bodenrichtwert für mein Grundstück erfahren?

Früher musstest du für diese Information oft persönlich zum Amt gehen und Gebühren bezahlen. Heute ist der Zugang deutlich einfacher und transparenter gestaltet. Du hast verschiedene Möglichkeiten, wie du den Grundstückswert online ermitteln kannst, was dir viel Zeit erspart. Die primäre Anlaufstelle sind die Online-Portale der Bundesländer oder das bundesweite System BORIS. Dort gibst du einfach deine Adresse oder die Flurstücksnummer ein und erhältst sofort den aktuellen Wert sowie die dazugehörige Zone auf einer Karte angezeigt.

In den meisten Bundesländern ist diese Abfrage für dich mittlerweile kostenlos. Solltest du ein offizielles Dokument für die Bank oder das Finanzamt benötigen, kannst du über diese Portale oft auch einen amtlichen Ausdruck gegen eine geringe Gebühr anfordern. Alternativ geben dir die Geschäftsstellen der Gutachterausschüsse auch telefonisch oder vor Ort Auskunft.

Was ist BORIS-D?

BORIS-D ist das zentrale Informationssystem für Deutschland. Es bündelt die Daten der Gutachterausschüsse fast aller Bundesländer auf einer Plattform. Du kannst dort unkompliziert und meistens kostenfrei den Bodenrichtwert abfragen und so eine erste Einschätzung des Grundstückswerts erhalten.

Warum sind Grundstückswert und Bodenrichtwert wichtig?

Es gibt verschiedene Personengruppen, für die der Grundstückswert und der Bodenrichtwert von größerer Bedeutung sind. Vor allem für eine möglichst objektive Einschätzung eines möglichen Kauf- bzw. Verkaufspreises für ein Grundstück sind die Werte unerlässlich.

  • Verkäufer/-innen: Wenn du dein Eigentum veräußern möchtest, benötigst du eine solide Basis für deine Preisvorstellung. Ein realistischer Preis, den du in Form des Grundstückswertes ermitteln kannst, schafft Vertrauen bei Interessent/-innen.

  • Käufer/-innen: Für dich ist das Wissen um den Bodenricht- bzw. Grundstückswert wichtig, um nicht übervorteilt zu werden. Du kannst prüfen, ob der verlangte Preis marktgerecht ist und hast bessere Argumente in der Preisverhandlung.

  • Erb/-innen: Im Erbfall müssen oft Miterben und Miterbinnen ausgezahlt werden. Hier bietet die amtliche Zahl eine neutrale „Diskussionsgrundlage“, um Streitigkeiten innerhalb der Familie über den Wert des Erbes zu vermeiden.

  • Finanzämter: Der Staat nutzt die Werte zur Berechnung der Grundsteuer sowie der Erbschafts- und Schenkungssteuer.

  • Banken: Wenn du ein Grundstück finanzieren willst, dient der Wert der Bank als Sicherheit für den Kredit. Ein zu niedrig angesetzter Grundstückswert könnte deine Finanzierung gefährden oder die Zinsen erhöhen.

Du möchtest ein Grundstück oder ein Haus kaufen? Die Baufi24 Experten und Expertinnen begleiten dich von der Grundstücks- und Immobiliensuche bis zur Unterzeichnung des Kauf- und Kreditvertrages. Sie beantworten auch Fragen zum Ermitteln des Grundstückwerts.

Häufig gestellte Fragen: Grundstückswert ermitteln

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