Für die Bank ist das von entscheidender Bedeutung, denn ein verankertes Tiny House bietet eine größere Werthaltigkeit und damit eine verlässlichere Sicherheit. Aus rechtlicher Sicht bedeutet feste Verankerung außerdem, dass eine baurechtliche Prüfung und eine Baugenehmigung häufig zwingend erforderlich sind. Wenn du überlegst, ein Tiny House zu finanzieren, sollte die Frage der Verankerung daher ganz am Anfang stehen. Sie bestimmt nicht nur deine Finanzierungsoptionen, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf Genehmigungspflichten und Nutzungsrechte. Wenn du auf Fremdkapital angewiesen bist, solltest du frühzeitig klären, ob das geplante Haus als bewegliches Objekt oder als Immobilie gilt.
Faktor 2: Kannst du das Tiny House bewegen?
Banken unterscheiden zwischen zwei Typen von Tiny Houses:
-
bewegliche Tiny Häuser
-
fest verankerte Tiny Häuser
Diese Unterscheidung bestimmt, welche Finanzierungen dir überhaupt offenstehen. Ein bewegliches Tiny House wird häufiger nicht wie eine klassische Immobilie bewertet. Steht das Haus auf einem Trailer oder Rädern, gilt es oft als mobiles Objekt. Die Bank prüft dann andere Sicherheiten wie:
- Einkommen
- Arbeitsplatz
- Bonität
- Sicherungsübereignung
Bei der Sicherungsübereignung wird das Tiny House bis zur vollständigen Rückzahlung an die Bank übertragen. Zudem solltest du beachten, dass bei dauerhafter Wohnnutzung trotz Mobilität Genehmigungsfragen entstehen können. „Beweglich" bedeutet nicht automatisch „genehmigungsfrei", sodass du dich mit den baurechtlichen Anforderungen des jeweiligen Standorts auseinandersetzen musst.
Faktor 3: Wem gehört das Grundstück?
Die Eigentumsverhältnisse am Grundstück sind sehr wichtig für die richtige Tiny House Finanzierung.
-
Das eigene Grundstück ist die beste Voraussetzung für eine grundbuchlich gesicherte Finanzierung, denn die Bank kann eine Grundschuld eintragen und erhält damit eine sehr gute Sicherheit.
-
Wenn du das Grundstück hingegen pachtest, gibt es bei der Baufinanzierung Grenzen, denn eine Grundschuld am eigenen Grundstück ist in diesem Fall nicht möglich.
-
Auf Stellplätzen oder Campingplätzen kommt ein klassischer Immobilienkredit in der Regel ebenfalls nicht infrage.
-
Gehört das Grundstück der Familie, sollten Besitz- und Nutzungsrechte geregelt werden.
-
Beim Erbbaurecht lohnt sich eine gesonderte Prüfung: Je nach Bank und Vertragsgestaltung kann es als Grundlage für eine Finanzierung dienen.
Wenn du auch das Grundstück finanzieren möchtest, solltest du die Gesamtkosten realistisch kalkulieren und alle anfallenden Nebenkosten von Anfang an einplanen.
Faktor 4: Nutzung und Genehmigung
Welche Rolle spielen Nutzung und Genehmigung? Ob das Tiny House dauerhaft bewohnt wird, als Feriendomizil dient oder nur gelegentlich genutzt wird, macht für die Tiny House Finanzierung einen erheblichen Unterschied. Dauerhaftes Wohnen stellt andere Anforderungen als eine reine Feriennutzung. Du solltest vorab folgende Punkte klären:
- Liegt das Grundstück im richtigen Baugebiet?
- Was erlaubt der Bebauungsplan?
- Ist eine ausreichende Erschließung vorhanden?
- Welche Landesbauordnung gilt am Standort?
Eine Baugenehmigung verlangen viele Banken ausdrücklich als zwingende Voraussetzung für die Finanzierung. Folgende Unterlagen können im Rahmen der Kreditprüfung angefordert werden:
- Bauantrag oder Baugenehmigung
- Grundstücksnachweis
- Herstellerunterlagen zum Tiny House
- Detaillierte Kostenaufstellung
Baugenehmigung, Wohnnutzung und Grundstück gelten als zentrale Hürden für die Finanzierung, sodass du diese Punkte unbedingt vorab klären solltest.