Nach der Berlin-Wahl: Lohnt sich Vermieten noch?

Author Baufi24
Experten & Expertinnen für Baufinanzierungen
Aktualisiert am: 29. September 2026

Ja, es kann sich weiterhin lohnen, zu vermieten – wenn Immobilie und Finanzierung zu dir passen. Daran ändert auch die Berlin-Wahl nichts. Denn: Die Enteignung, die derzeit in Berlin diskutiert wird, zielt auf große Wohnungskonzerne. Für private Kapitalanlegerinnen und Kapitalanleger gilt sie nicht. Ob sich eine Vermietung für dich lohnt, hängt vor allem von drei Faktoren ab:

  1. Kaufpreis

  2. Lage

  3. Finanzierungskosten

Am 20. September 2026 ist Die Linke bei der Berlin-Wahl mit 25,7 Prozent klar stärkste Kraft geworden. Ihr Wahlprogramm sieht die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen vor. Gleichzeitig ist der aktuelle Bauzins für zehnjährige Baufinanzierungen Ende September 2026 auf den höchsten Stand seit Jahren gestiegen. Viele Kapitalanlegerinnen und Kapitalanleger nicht nur in Berlin fragen sich deshalb, ob der Kauf einer Wohnung zum Vermieten noch sinnvoll ist. Baufi24 ordnet die Lage ein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Enteignungspläne der Linken betreffen Konzerne: Die Berliner Linke will Unternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen in Berlin vergesellschaften. Private Vermietende sind davon also nicht betroffen.

  • Die Finanzierung ist teurer geworden: Der Topzins für zehn Jahre Zinsbindung liegt Ende September 2026 bei rund 4,53 Prozent.

  • Die Mietrenditen steigen weiter: Im Schnitt der 52 größten Städte liegt die Bruttomietrendite bei 4,17 Prozent, weil die Mieten deutlich schneller steigen als die Kaufpreise.

  • Die Kombination entscheidet: Vermieten lohnt sich, wenn Lage, Kaufpreis und Finanzierung zusammenpassen.

Was gilt nach der Berlin-Wahl für private Vermieterinnen und Vermieter?

Für private Vermietende heißt es nach der Berlin-Wahl erst einmal: Ruhe bewahren.

Wichtigstes Thema im Berliner Wahlkampf waren die Mieten und der Wohnungsmarkt. Die Linke hat die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne zur Bedingung für eine Koalition gemacht. Ob eine Regierung zustande kommt und was sie beschließt, ist offen.

Für private Vermietende ist vor allem eines wichtig: Selbst wenn die Linke die Vergesellschaftung durchsetzen kann, betrifft sie nur große Konzerne, die jeweils über 3.000 Wohnungen besitzen. Private Vermieterinnen und Vermieter mit nur wenigen Wohnungen sind nicht betroffen. 

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen: Lohnt es sich noch, zu vermieten?

Ob es sich lohnt, zu vermieten, hängt stark von deiner Immobilie und deiner persönlichen Situation ab. Besonders wichtig sind: Kaufpreis, Finanzierungskosten und Lage. Die Lage entscheidet mit darüber, welche Miete du ansetzen kannst.

  • Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Bruttomietrendite aktuell bei rund 4,17 %.

  • In Berlin liegt sie bei 3,39 %.

Weitere wichtige Zahlen findest du in dieser Tabelle:

Kennzahl Wert Stand
Ø Bruttomietrendite (52 Städte) 4,17 % 1. Halbjahr 2026
Bruttomietrendite Berlin 3,39 % 1. Halbjahr 2026
Topzins Baufinanzierung, 10 Jahre Zinsbindung rund 4,53 % 29. September 2026
Rendite zehnjährige Bundesanleihe 3,64 % 28. September 2026

 

Tabelle: Bruttomietrendite, Baufinanzierungszins und Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe

Quellen: Baufi24-Mietrenditeatlas, veröffentlicht am 18. August 2026; Baufi24-Bauzinsen, September 2026; Bundesanleihe laut Marktdaten vom 28. September 2026, höchster Stand seit 2009.

Die Bruttomietrendite liegt also unter dem Topzins einer zehnjährigen Baufinanzierung – und das noch vor Kosten für Verwaltung, Instandhaltung und mögliche Leerstände. Wer nur die laufende Miete gegen die Zinsen stellt, kommt daher häufig nicht auf seine Kosten. 

Aber: Der Markt arbeitet für Käuferinnen und Käufer. Die Mieten legen weiter zu, während die Kaufpreise weitgehend stagnieren. In Berlin haben sie im ersten Halbjahr 2026 sogar leicht nachgegeben, wie Zahlen von Baufi24 zeigen. Wie hoch die Mietrendite einer konkreten Wohnung ausfällt, kannst du mit dem Mietrendite-Rechner ermitteln. Nicht zu vergessen sind außerdem steuerliche Effekte. Mehr dazu erfährst du im Baufi24-Ratgeber Steuern sparen mit Immobilien.

Wann lohnt es sich, zu vermieten?

Tomas Peeters, CEO der Bilthouse-Gruppe und Geschäftsführer von Baufi24, erklärt:
„Die Mietrendite allein sagt wenig darüber aus, ob sich eine Wohnung als Kapitalanlage lohnt. Eine hohe Rendite kann auch bedeuten, dass der Wert der Immobilie sinkt. Wichtig ist, Kaufpreis, Lage und Finanzierung zusammen zu betrachten und seriös zu rechnen. Dann kann man auch bei Zinsen über vier Prozent erfolgreich vermieten.“

Ob es sich lohnt, zu vermieten, hängt von mehreren Faktoren ab. Wichtig ist, dass du die Gesamtrechnung im Blick hast, in die natürlich der Kaufpreis, aber auch dein Eigenkapital, deine Mieteinnahmen, die Wertentwicklung der Immobilie und steuerliche Effekte einfließen sollten. Mehr Infos findest du im Baufi24-Ratgeber zu Immobilien als Kapitalanlage.

Häufig gestellte Fragen: Vermieten nach der Berlin-Wahl

Nein. Die Pläne der Berliner Linken richten sich an privatwirtschaftliche Wohnungsunternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen in Berlin. Wer nur eine oder ein paar wenige Eigentumswohnungen vermietet, fällt nicht darunter. Ob die Vergesellschaftung überhaupt kommt, hängt zudem von den Koalitionsverhandlungen und einem eigenen Gesetz ab, gegen das Klagen erwartet werden.

Nein. Das Vergesellschaftungsrahmengesetz und die geplante Umsetzung des Volksentscheids von 2021 sind Berliner Landesrecht und gelten nur dort. Für Vermietende in ganz Deutschland relevant sind dagegen die bundesweiten Regeln zur Miethöhe, etwa die Mietpreisbremse in angespannten Wohnungsmärkten, die bis Ende 2029 verlängert wurde.

Zinsentwicklungen lassen sich nicht verlässlich vorhersagen. Für den Rest des Jahres 2026 erwarten Fachleute eher einen moderaten Anstieg als deutlich sinkende Bauzinsen. Eine Rückkehr zur Niedrigzinsphase ist nicht absehbar. Gleichzeitig stagnieren die Kaufpreise vielerorts. Entscheidend ist, ob die Rechnung für ein konkretes Objekt heute aufgeht.