Baufinanzierung: Riester-Förderung - auch für Auslandsimmobilien

Vielmals können Bauherren und Hauskäufer von der Riester-Förderung profitieren, seit Kurzem auch bei Auslandsimmobilien. Allerdings sind Riester-Darlehen nur eine Variante unter vielen. Seit 2007 erhalten Bauherren und Hauskäufer unter gewissen Voraussetzungen Zulagen vom Staat und genießen Steuervorteile, seit Neuestem auch für Wohneigentum außerhalb der Bundesrepublik. Neben Riester-Darlehen existieren aber noch andere Finanzierungsvarianten. 

Riester-Darlehen 
Pflichtversicherte der gesetzlichen Rentenversicherung können für den Bau oder Kauf eines Eigenheims die Riester-Förderung in Anspruch nehmen. Der Staat unterstützt die Tilgung jährlich mit 154 Euro pro erwachsener Person und 185 pro Kind. Für ab 2008 geborene Kinder gibt es 300 Euro. Eheleute und eingetragene Lebenspartner sollten jeweils ein gesondertes Darlehen aufnehmen. Dadurch können sie die Förderung erschöpfend nutzen und im Trennungsfall halten sich die Komplikationen in Grenzen. Mindestens vier Prozent des Bruttoeinkommens der Darlehennehmer müssen in die Tilgung fließen. Mehr als 2.100 Euro jährlich pro Person bedarf es jedoch nicht; dieser Betrag ist steuerlich absetzbar. Ferner sollte das entsprechende Wohnobjekt der Hauptwohnsitz oder Lebensmittelpunkt der Darlehensnehmer sein. Bei Auszug oder längerfristiger Vermietung ist das Förderkonto vorzeitig zu versteuern. Ausnahme: Die Eigentümer erwerben innerhalb der folgenden vier Jahre ein weiteres Eigenheim oder sie zahlen die Förderbeträge innerhalb eines Jahres in einen neuen Riester-Vertrag ein.

Gleiche Förderung für Auslandsimmobilien 
Gemäß dem Entscheid des Europäischen Gerichtshofs von September 2009 gilt die Riester-Förderung für Immobilien in allen Staaten der Europäischen Union. Darüber hinaus werden der Bau sowie der Erwerb von Wohnimmobilien in Island, Norwegen und Liechtenstein subventioniert. Häuser und Wohnungen in anderen Ländern sind oftmals preiswerter, wie zum Beispiel in Spanien (insbesondere durch die letzte Immobilienkrise), Griechenland und in den neuen osteuropäischen EU-Ländern. Neben den geänderten Lebensbedingungen und der Sprache müssen sich Käufer von Auslandsimmobilien auch mit der dortigen Rechtsordnung auseinandersetzen, wie den Steuerregelungen, Bauvorschriften und behördlichen Genehmigungen. Ohne fachkundigen Rat ist solch ein Schritt zu riskant. Letzteres bietet unter anderem die Vereinigte Schutzgemeinschaft Auslandsimmobilien e.V. 

Die Effizienz von Riester-Darlehen 
Bauherren und Käufer können natürlich auch einen Auslandskredit aufnehmen, wenn sich schon das Objekt im Ausland befindet. Oftmals sind die Kredite in anderen Staaten günstiger. Allerdings bedarf es dabei ebenfalls präziser Kenntnisse der jeweiligen Rechtslage und einer kompetenten Beratung. Zudem existiert im Ausland keine Riester-Förderung. Ganz gleich ob Kombikredit der Bausparkassen (Bausparvertrag und Kredit) oder Annuitätendarlehen, Finanzierungen mit Riester-Förderung machen in Deutschland aktuell das Rennen. Selbst wenn sie etwas teurer als herkömmliche Kredite sind, lohnen sie sich aufgrund der Förderungen und Steuervorteile. Allerdings dürfen sie nicht viel teurer sein, als ungeförderte Darlehen. Anderenfalls macht die Verzinsung den Förderanteil wett. Letzteres ist bei den meisten Bausparkassen nicht der Fall: Ihre Riester-Darlehen sind überwiegend preiswerter als andere Finanzierungsmodelle. Durch welche Vorgehensweise man am meisten Bares sparen kann, lässt sich allerdings nur im Einzellfall erwägen.