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24. Mai 2019

Kaufpreisexplosion: Kaufen oder sparen

Die steigenden Preise für Immobilien bringen Mieter zunehmend in eine Zwickmühle: Sollen sie schnell kaufen oder warten und den Sparstrumpf füllen? Finanzierungsexperte Stephan Scharfenorth warnt: Beide Szenarien haben Vor- und Nachteile.

Rund 20 Prozent Eigenkapital empfehlen Experten für den Kauf eines Eigenheims. Doch während das erst einmal angespart werden muss, klettern die Immobilienpreise unaufhaltsam in die Höhe. Viele Verbraucher stellt das vor große Entscheidungsprobleme, beobachtet Stephan Scharfenorth vom Vergleichsportal Baufi24.de und rät dazu, die Vor- und Nachteile zwischen einem frühzeitigen Kauf und hohem Sparguthaben gut abzuwägen.

Gründe für und gegen einen schnellen Kauf

Dass Zeit wertvoll ist, zeigen die aktuellen Preisentwicklungen. So müssen Käufer beispielsweise in Ballungsgebieten wie Hamburg oder Berlin aktuell mit jedem Jahr rund zehn Prozent mehr zahlen – viel Geld bei Kaufpreisen von etwa 400.000 Euro. Mit anderen Worten: „Ein Jahr Wartezeit führt zu einem Preisaufschlag von 40.000 Euro. Dagegen kann man kaum mehr ansparen“, gibt Stephan Scharfenorth vom Vergleichsportal Baufi24.de zu bedenken. Daneben machen niedrige Darlehenszinsen und eingesparte Mietzahlungen schnelle Kaufentscheidungen zusätzlich schmackhaft.
Der Nachteil: „Wer jetzt ohne ausreichend Eigenkapital kauft, zahlt einerseits einen Risikoaufschlag in Form höherer Zinsen und riskiert zudem nach Ablauf der Zinsbindung steigende Zinszahlungen, die schlimmstenfalls nicht mehr leistbar sind“, warnt Scharfenorth. „Ein kurzfristiger Kauf empfiehlt sich daher nur bei ausreichend Eigenkapital oder sehr einkommensstarken Haushalten“, so Scharfenorth, denn: „Nur Gutverdiener erhalten überhaupt eine Vollfinanzierung von der Bank.“

Vor- und Nachteile des Sparens

Wer mehr Geld anspart, profitiert beim Haus- oder Wohnungskauf dagegen von deutlich niedrigeren Zinskonditionen. „20 Prozent Eigenkapitalanteil führen bereits nach 15 Jahren Zinsbindung zu einer Ersparnis von rund 25.000 Euro und einer über 35.000 Euro niedrigeren Restschuld im Vergleich zu einer Vollfinanzierung*“, erläutert Scharfenorth. Der niedrigere Restbetrag verringert zusätzlich das Risiko der Zahlungsunfähigkeit nach Ende der Zinsbindung.
Auch die Chancen auf ein Darlehen steigen, weiß der Fachmann: „Banken sind vorsichtig bei der Vergabe von 100-Prozent-Finanzierungen. Je mehr Eigenkapital vorhanden ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, einen Kredit zu erhalten und aus gleich mehreren verschiedenen Angeboten auswählen zu können.“ Der Nachteil: Die Sicherheit ist teuer erkauft. So gibt Scharfenorth zu bedenken: „Wer erst lange spart, riskiert einen deutlich höheren Kaufpreis oder zum alten Kaufpreis viel weniger Wohnraum zu bekommen“.

Welches Szenarium am besten für den jeweiligen Käufer geeignet ist, hängt von der individuellen Zahlungsfähigkeit sowie dem Sicherheitsbedürfnis ab. Für eine erste Einschätzung rät Scharfenorth daher zu Online-Baufinanzierungsrechnern wie auf www.baufi24.de/baufinanzierung-rechner/ sowie zum persönlichen Gespräch mit einem erfahrenen Berater.



* ausgehend von 15-jähriger Soll-Zins-Bindung, 3% Tilgung, 1,24 % Sollzins p.a. bei 80-prozentiger und 1,55 % Sollzins p.a. bei 100-prozentiger Beleihung

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