Hauskauf: Immobilien in der Türkei erwerben

Die Türkei ist zurzeit ein sehr attraktiver Markt für Ferienimmobilien. Günstige Preise verlocken immer mehr Deutsche dazu, ein Häuschen oder ein Apartment an der türkischen Mittelmeerküste zu erwerben. Doch schon in naher Zukunft könnte sich das Blatt wenden – wer ernsthaft mit dem Gedanken an einen Erwerb spielt, sollte sich jetzt näher mit seinen Plänen beschäftigen.

Folgen der Finanzkrise

Folgen der Finanzkrise

Deutsche Urlauber lieben das Urlaubsziel Türkei für seine sonnenverwöhnten Landschaften, geschichtsträchtigen Orte sowie seine freundlichen und offenherzigen Einwohner. Interessenten, die gegenwärtig die passende Immobilie suchen, werden noch auf eine recht große Auswahl vergleichsweise günstiger Angebote stoßen. Das liegt daran, dass sich in den vergangenen Jahren viele Briten gezwungen sahen, ihre Eigenheime in der Türkei zu veräußern. Verursacht wurde die Entwicklung durch britische Banken. Im Zuge der Finanzkrise mussten diese ihre Kreditportfolios verringern und stellten aufgrund dessen die Darlehen für Ferienimmobilien fällig. So mussten viele Eigentümer verkaufen – das belebte den Markt und die Preise sanken entsprechend. Seit 2011 kosten Objekte in der Türkei jedoch bereits wieder mehr. Und: Politische Entscheidungen zur Öffnung des Immobilienmarktes könnten dem Preisanstieg weiteren Schub verleihen. Bisher ist der Immobilienkauf in der Türkei nur Bürgern aus Ländern erlaubt, in denen auch Türken Zugang zu Grundbesitz haben. So konnten EU-Bürger Grundstücke, Häuser oder Wohnungen erwerben, andere Ausländer, wie beispielsweise aus den Golfstaaten, jedoch nicht. Für die Zukunft plant die Regierung, diese Regelung auf Gegenseitigkeit abzuschaffen.


Einschränkungen für den Erwerb

Was für den Immobilienerwerb in anderen Ländern gilt, empfiehlt sich auch für die Türkei: Zwar besteht keine Pflicht dazu, einen türkischen Notar oder Anwalt mit dem Kauf einer Immobilie zu beauftragen, doch ist dies mit gewichtigen Vorteilen für den Interessenten verbunden. Denn zu viele regionalrechtliche Unterschiede und Voraussetzungen bestimmen den Kaufprozess. So dürfen beispielsweise EU-Bürger Türkei-Immobilien nur in Regionen erwerben, in denen sich weniger als fünf Promille des Grundbesitzes in ausländischer Hand befinden. Zudem muss für die Ferienwohnung oder das Haus eine Baugenehmigung vorhanden sein und das Objekte darf nicht in einem militärisch relevanten Sperrgebiet liegen. Für den mit dem Kauf betrauten Anwalt gilt es also zunächst einmal zu überprüfen, ob die Wunschimmobilie diese Kriterien erfüllt.

Einschränkungen für den Erwerb

Grundbucheintragung und Nebenkosten

Ist das richtige Objekt gefunden, findet die rechtsgültige Eigentumsübertragung im Grundbuchamt statt. Der Eintrag ins Grundbuch (Tapu) ist die ausschlaggebende Maßnahme – und ein Akt, der sich über mehrere Monate hinziehen kann, weil die jeweils zuständige Militärverwaltung jeden Grunderwerb von Ausländern prüft. Für die Grundbucheintragung müssen Käufer, je nach Region, mit Kosten zwischen 150 und 400 Euro rechnen. Die Grunderwerbsteuer schlägt mit 4,8 Prozent des Tapu-Einheitswerts zu Buche. Dieser macht in der Regel etwa die Hälfte des Kaufpreises aus. Wer einen Makler beauftragt, teilt sich in der Regel die Kosten mit dem Verkäufer – die Maklercourtage fällt in Höhe von bis zu sechs Prozent des Kaufpreises an. Die jährlichen Aufwendungen für die Immobilie liegen in der Türkei nicht allzu hoch. Für eine Wohnung beträgt die Grundsteuer 150 Euro, für ein freistehendes Haus 300 Euro. Hinzu kommen die Ausgaben für die Erdbebenversicherung, welche eine Pflichtversicherung ist und rund 70 Euro kostet.