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Hausbau: Wenn das Haus fertig ist - die Bauabnahme

Irgendwann ist es so weit, egal ob Fertighaus, Bauträgerhaus oder Architektenhaus, die letzten Arbeiten sind verrichtet und nun steht vor dem Einzug noch der entscheidende Schritt an: Das Gebäude muss abgenommen werden. Dies ist für den Bauherren der entscheidende Termin, da hier letztmalig vor dem Einzug noch Mängel entdeckt und beseitigt werden können. Daher sollte der Bauherr sich genügend Zeit für diesen Termin nehmen.
 
Varianten der Bauabnahme
Es gibt drei Varianten der Bauabnahme, die formale (ausdrückliche), die fiktive und die Teilabnahme. Eine Teilabnahme betrifft meist ein Gewerk, beispielsweise die Überprüfung der vollständig erbrachten Leistungen für Sanitäranlagen. Teilabnahmen machen im Wesentlichen bei großen Projekten Sinn. Die fiktive Abnahme sollte einem Bauherren nicht passieren. Denn hierbei setzt das Bauunternehmen oder Architekt eine Frist zur Bauabnahme, wenn diese verstrichen ist, gilt das Gebäude als abgenommen. Wichtig ist daher die formale Bauabnahme. Dabei begehen der Bauherr und der Hausersteller das Gebäude und prüfen dies auf eventuelle Fehler und Mängel. Wichtige Unterlagen sind hierzu die Bauunterlagen, aus denen der Leistungsumfang hervorgeht. Im nächsten Schritt wird ein Abnahmeprotokoll mit genauem Prüfdatum erstellt. Entdecken die beiden Parteien Mängel, so müssen diese detailliert aufgeführt sein. Am Ende der Begehung gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder es ist alles in Ordnung und der Bauherr erteilt die Bauabnahme, oder es sind Mängel festgestellt worden. In diesem Fall setzt der Bauherr eine Frist zur Nachbesserung. Nach der Frist wird wieder eine Abnahme der bemängelten Leistung vereinbart, wenn dieser Schaden zur Zufriedenheit behoben wurde, gilt das Haus dann endgültig als abgenommen.
 
Entscheidend ist die Fragestellung, was passiert, wenn der Mangel in der Frist nicht oder nur unvollständig behoben wird? Ist der Bauunternehmer willig, so sollte der Bauherr eine einmalige Nachfrist setzen, doch spätestens dann sollte alles in Ordnung sein. Ist dies nicht der Fall, kann der Bauherr eine Kaufpreisminderung durchsetzen und einen anderen Bauunternehmer beauftragen, der den Schaden beseitigt.
 
Bauabnahme ändert rechtlichen Status
Mit der Bauabnahme ändert sich die rechtliche Situation des Bauherren. War es vorher so, dass der Bauunternehmer nachweisen musste, dass alles in Ordnung ist, besteht von nun an eine Beweislastumkehr. Das heißt, der Bauherr muss nun den Baumangel belegen. Dennoch ist der Bauherr nicht rechtlos, nach Bauabnahme beginnt die Gewährleistungsfrist, diese beträgt fünf Jahre. Wird das Gebäude nach der Bauabnahme beispielsweise durch einen Blitzeinschlag beschädigt, so muss der Bauherr den Schaden selbst beseitigen, vor der Bauabnahme muss dies der Bauunternehmer tun.
 
Wenn sich Mängel erst später zeigen
Manche Mängel zeigen sich auch erst später. Ist die Baufamilie erst eingezogen und bewohnt das Haus zeigen sich erst manche Mängel im Laufe der Zeit, wie nicht sachgerecht ausgeführte Dämmung. In diesen Fällen kann der Bauherr den Bauunternehmer auffordern, den Schaden zu beseitigen. Hierzu muss er nachweisen, dass er nicht selbst für diesen Schaden verantwortlich ist. Doch viele Baufamilien vergessen auch, die Gewährleistungsfrist zu beachten, nach dem Ablauf von fünf Jahren gibt es normalerweise keine Möglichkeit mehr, Fehler geltend zu machen. Daher ist es wichtig, eine Abschlussbegehung im Rahmen dieser Frist vorzunehmen. Dies ist wichtig, da manche Schäden sich zwar andeuten, aber noch nicht offenbar wurde, wie beispielsweise innen liegende Mauerrisse. Daher sollten Bauherren sich auch überlegen, vor Ablauf der Frist das Haus nochmals gründlich von einem Bauspezialisten überprüfen zu lassen. Einige Institution, die fachliche Hilfe anbieten, sind der Verband privater Bauherren, der Bauherren-Schutzbund oder der TÜV.