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Eigenheimzulage - eine Antwort auf die Wirtschaftskrise?

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Eigenheimzulage - eine Antwort auf die Wirtschaftskrise?


Man denke nur einige Jahre zurück, da war die Welt für die Bauwirtschaft noch in Ordnung - es gab die Eigenheimzulage. Bis zum 31.12.2005 konnten von diesem Gesetz noch Bauherren oder Käufer selbstgenutzten Wohnraumes profitieren. Seitdem gibt es nichts Vergleichbares mehr.


Die Eckpunkte des alten Gesetzes

Bauherren und Käufer erhielten über ihre Einkommenssteuererklärung einen Zuschuss von maximal 2.556 Euro und für jedes Kind extra 767 Euro, längstens für 8 Jahre. Zum Ende des Jahres 2003 wurde die Eigenheimzulage reformiert. Bis zum 31.12.2005, Stichtag für Baugenehmigungen, bekamen Häuslebauer noch 1.250 Euro und für jedes Kind 800 Euro, vorausgesetzt ihr Einkommen überstieg die Grenzen von 70.000 Euro für Singles und 140.000 Euro für Verheiratete nicht. Das jährliche Fördervolumen lag meist bei rund 10 Mrd. Euro. Die wichtigste Folge des Einstellens der Eigenheimzulage war, dass ab 2006 die Zahl der Bauanträge absackte. So sanken nach Auswertungen des Statistischen Bundesamtes alleine im Jahr 2007 die Bauanträge für Wohnungen um 26,3 Prozent. Dies wird hauptsächlich dem Ende des Zuschusses zugeschrieben.


Renaissance der Eigenheimzulage?

Wenn der Staat schon Milliarden - durch das Konjunkturpaket II in die Wirtschaft pumpt, warum sollte ausgerechnet der private Bausektor davon ausgespart bleiben? Von einer Eigenheimzulage kann die Wirtschaft vielfältig profitieren. So erhalten Bauherren eine zusätzliche finanzielle Spritze. Gerade einkommensschwächere Haushalte können sich damit den Wunsch nach den eignen vier Wände schneller erfüllen und zum anderen später den Wert ihres Hauses als zusätzlichen Teil der Altersversorgung aufbauen, der unabhängig ist von den Renten und vom Finanzmarkt. Die Finanzen im Alter würden somit auf mehreren Sockeln ruhen. Jetzige Regelungen, beispielsweise das Riestern, fördern eher Anlagen im Finanzsektor. Dieser ist durch die allgemeine Wirtschaftskrise jedoch sehr labil und bietet keinen Schutz vor Wertverlusten. Eine neue Eigenheimzulage könnte auch der Bauwirtschaft unter die Arme greifen und so dieser Branche über die Runden helfen, bis die Wirtschaftskrise beendet ist. Über diesen Weg wäre es möglich, viele Arbeitsplätze zu sichern. Zwar wird durch die im Konjunkturpaket der Bundesregierung enthaltenen Maßnahmen zum Ausbau und der Erneuerung der Infrastruktur auch Geld in den Bausektor fließen, doch profitieren davon nur Bauunternehmen, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben. Die private Bauwirtschaft bleibt davon unberührt.


Wiederbelebung als Lenkungsinstrument

Eine neue Eigenheimzulage ist zudem dazu geeignet, noch ganz andere Funktionen als bisher zu übernehmen. So ließe sich eine Förderung gezielt nur an energieeffiziente Gebäude koppeln. Durch ein solche Regelung hätte der Staat ein weiteres Instrument für ihre Klimapolitik zu Hand, und würde so außerdem den Verbrauch fossiler Brennstoffe und die Energieabhängigkeit Deutschlands von anderen Staaten verringern.


Fazit

Das Wiederbeleben der Eigenheimzulage ist sinnvoll. Zum einen kann die Politik damit die Bauwirtschaft stützen, zum anderen die Anzahl energieeffizienter Gebäude steigern. Damit würde die Bundesregierung gleichzeitig auch etwas für die Zukunft Deutschlands tun und gerade privaten Bauherren, die derzeit noch unschlüssig sind und ihre Bauvorhaben zurückstellen, ein Signal geben, in ihre Zukunft zu investieren. Zumindest eine zeitliche Befristung der Eigenheimzulage mit klarer, zukunftsweisender Zielstellung ist sinnvoll.

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