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Mehrgenerationenfinanzierung: Großeltern investieren in ihre Enkel - Eigenkapital verbessert die Finanzierungsaussichten

War es früher so, dass die Eltern ihren Kindern finanziell beim Hausbau unter die Arme griffen, so kommen zunehmend auch die Großeltern zum Zug. Wer heute 70 oder 75 Jahre alt ist, hat in den Zeiten des Wirtschaftswunders angefangen zu arbeiten und so maßgeblich von der wirtschaftlichen Entwicklung in der Bundesrepublik profitiert, dies schlägt sich auch in der Finanzkraft der Senioren nieder. Nicht selten verfügt die ältere Generation über ein ordentliches Vermögen. Wer nicht nur das eigene Portemonnaie im Blick hat, sollte sich überlegen, ob eine Unterstützung seiner Enkel beim Hausbau- oder -kauf eine sinnvolle Alternative ist.

Viele potenzielle Haus- oder Wohnungseigentümer stecken in einer Klemme. Einerseits verdienen sie ganz ordentlich, andererseits verfügen sie über nur wenig Eigenkapital. Das steht dem Wunsch nach den eigenen vier Wänden häufig im Wege. Eigenkapital ist ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der Baufinanzierung. Je mehr Kapital eingebracht wird, desto günstiger wird die Finanzierung. Das derzeitige Zinstief beflügelt viele Deutsche, sich den Traum von den eigenen vier Wänden nun möglichst günstig zu verwirklichen, trotz der teilweise anziehenden Immobilienpreise. Das mangelnde Eigenkapital ist dabei das größte Hindernis. Daher lohnt es sich durchaus, die Verwandtschaft für den eigenen Immobilienwunsch zu mobilisieren. Mit 10.000 Euro oder 15.000 Euro, wie sie viele jüngere Erwachsene auf der hohen Kante haben, ist kaum ein Haus oder eine Wohnung zu finanzieren. Wer hingegen mit 50.000 Euro oder 100.000 Euro die Immobilie in Angriff nimmt, ist meist schon auf der sicheren Seite. 

Ein Baufinanzierungsrechner zeigt eindrucksvoll die Auswirkungen von Eigenkapital. Wer eine Immobilie im Wert von 200.000 Euro finanzieren will und ein Darlehen in Höhe von 190.000 Euro benötigt, zahlt rund 0,4 Prozent mehr als Darlehenszins, als wenn ein Darlehen über 100.000 Euro genommen wird. Das Beispiel gilt für eine Zinsfestschreibung von 10 Jahren. Über die gesamte Laufzeit bedeutet dies, dass doppelt so viel an Zinsen gezahlt werden muss, gegenüber der Variante, bei der die Hälfte an Eigenkapital mit eingebracht wird. Dabei kommt auch den Verwandten - und insbesondere den Großeltern - eine immer größere Rolle zu. Gerade wenn die Enkel in der Erbschaft sowieso bedacht werden sollen, ziehen inzwischen mehr Großeltern eine Schenkung noch zu Lebzeiten vor, um ihren Enkeln zu helfen.

Doch was viele Kauf – oder Bauwillige nicht bedenken: Weitere Kosten für die Immobilie kommen hinzu. So fallen Kauf- und Finanzierungskosten an. Ein durchaus großer Brocken ist inzwischen die Grunderwerbsteuer, die je nach Bundesland bis zu 5 Prozent betragen kann. Wer über einen Makler kauft, muss auch dessen Courtage übernehmen, die bis zu 7,14 Prozent beträgt. Hinzu kommt noch die Gebühr für den Notar und weitere Kosten. So kommen bei einem Immobilienwert von 200.000 Euro Nebenkosten zwischen etwa 12.000 Euro und rund 30.000 Euro zusammen. Nicht selten muss bei einem größeren Haushalt auch noch ein Umzugsunternehmen eingeschaltet werden, oder bei einer Eigentumswohnung fällt das monatliche Hausgeld an, auch dieser Kostenfaktor muss in der Rechnung berücksichtigt sein. Da eine Eigenkapitalquote von mindestens 20 Prozent erforderlich ist, um ein Haus oder Wohnung noch zu günstigen Konditionen zu finanzieren, sollten potenzielle Eigentümer – je nach Region – zwischen 6 – 15 Prozent weiteres Kapital für die Nebenkosten bereithalten. Bei einem Immobilienwert von 200.000 Euro bedeutet dies - in Zahlen - zwischen 52.000 Euro bis 70.000 Euro Kapital müssen zur Verfügung stehen.