Bausparen: Starthilfe für die erste Baufinanzierung

Bausparen ist für junge Menschen durchaus eine geeignete Form des Vermögensaufbaus. Wer für seine Kinder, Enkel, Nichten oder Neffen eine finanzielle Starthilfe schaffen möchte, kann für diese einen Bausparvertrag abschließen und darauf regelmäßige Einzahlungen leisten.

 

Durch beispielsweise Sparbeträge von monatlich 50 Euro ergibt sich bis zur Volljährigkeit ein Guthaben von über 10.000 Euro und hat der Beschenkte Anspruch auf ein Bauspardarlehen, welches rund doppelt so hoch liegt. Der Vertrag läuft entweder auf den Namen des Einzahlers oder aber dieser lässt das Kind als Bezugsberechtigten einsetzen und überträgt dem Beschenkten dann später das Bausparkonto.

 

Staat hilft beim Sparen

Wird der Vertrag für einen Jugendlichen abgeschlossen, muss der Schenker, je nach gewünschter Bausparsumme, entsprechend andere monatlich Einzahlungen kalkulieren. Ab einem bestimmte Alter hat der Bausparer auch Anspruch auf staatliche Zulagen, welche dazu beitragen, das Sparziel schneller zu erreichen. Wer das 16. Lebensjahr erreicht hat und über ein zu versteuerndes Einkommen von unter 25.600 Euro verfügt, kann die Wohnungsbauprämie beantragen. Er erhält dann jährlich vom Finanzamt einen Betrag in Höhe von maximal 45,06 Euro (Verheiratete 90,11 Euro) – dies entspricht 8,8 Prozent des zu fördernden maximalen Sparbetrages von 512 Euro (1.021 Euro). Steht der junge Mensch in einem Berufsverhältnis und zahlt sein Arbeitgeber für ihn vermögenswirksame Leistungen bis zu 470 Euro in einen Bausparvertrag ein, leistet der Staat darauf die Arbeitnehmersparzulage. Diese beträgt 9 Prozent auf die jährliche Sparleistung, also maximal 43 Euro. Voraussetzung für die Arbeitnehmersparzulage ist, dass der Sparer nicht mehr als 17.900 Euro im Jahr verdient, Verheiratete nicht mehr als 35.800 Euro. Beide Förderungen kann in Anspruch nehmen, wer jährlich innerhalb eines Bausparvertrags zusätzlich zu den 512 Euro noch 470 Euro anspart.

 

Die erste eigene Immobilie

Das angesparte Guthaben und Darlehen aus dem Bausparvertrag kann dem jungen Sparer als Grundlage für eine erste kleine Eigentumswohnung dienen – beispielsweise während der Ausbildung oder des Studiums. Denn: Wer als Mieter monatlich Zahlungen an seinen Vermieter leisten kann, ist in der Regel auch in der Lage, Raten für ein Appartement aufzubringen – beispielsweise in Höhe von 300 oder 400 Euro. Hinzu kommen allerdings noch die Ausgaben für das sogenannte Hausgeld. Dabei handelt es sich um die monatliche Umlage aller Eigentümer an den Verwalter – sie fällt an für die Müllentsorgung, Wasser, die Gebäude-Versicherung, den Hausmeister und eventuell die Heizkosten, zudem zählen auch die Verwalterkosten und eine Instandsetzungsrücklage dazu. Durchschnittlich betragen Hauskosten in Deutschland 2,70 Euro pro Quadratmeter – bei einer 40-qm-Wohnung würde dies also zusätzliche 108 Euro ausmachen. Doch müssen andererseits Mieter mit zukünftigen Mieterhöhungen rechnen und können dadurch ihre monatlichen Kosten noch um einiges ansteigen.

 

Steht einmal ein berufsbedingter Ortswechsel an , muss dies keine finanziellen Verluste für den Eigentümer mit sich bringen, denn kleine Appartements – zumindest in der Stadt gelegene – sind begehrt und lassen sich in der Regel gut vermieten oder verkaufen. Der Erlös der verkauften Wohnung kann wiederum als Eigenkapital für die nächste, dann eventuell größere Immobilie dienen. Eine abbezahlte Eigentumswohnung lässt sich bei manchen Banken auch als Sicherheit für ein neu erworbenes Domizil einsetzen – eventuell gewährt das Kreditinstitut dann einen geringeren Darlehenszins.

 

Flexibel einsetzbar

Doch auch anderweitig lässt sich das angesparte Geld aus dem Bausparvertrag verwerden. Normalerweise gilt: Setzen Bausparer ihr Guthaben oder die Bausparsumme nicht für einen wohnwirtschaftlichen Zweck – also den Erwerb, Bau oder die Modernisierung einer Immobilie – ein, müssen sie die Wohnungsbauprämie zurückzahlen. Wurde der Vertrag jedoch vor dem 25. Lebensjahr abgeschlossen, kann der Sparer das Guthaben einschließlich der Prämien nach frühestens sieben Jahren frei nutzen.