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Baufinanzierung: Sondertilgungsoption ermöglicht deutliche Vorteile

Zahlt der Darlehensnehmer außerplanmäßig einen größeren Betrag an die Bank zurück, bringt dies Vorteile mit sich. Wer also weiß, dass er zukünftig über höhere Einnahmen oder eine größere Geldsumme verfügen wird, sollte einen Kreditvertrag mit einer kostenlosen Sondertilgungsoption abschließen.

 

Bei längerfristig fest verzinsten Annuitätendarlehen sind Sondertilgungen nur erlaubt, wenn im Vertrag eine entsprechende Regelung ausdrücklich vereinbart wurde. Dies ist inzwischen durchaus üblich. Viele Kreditgeber räumen dem Kunden die Möglichkeit zu Sondertilgungen ein, sodass er außer der Reihe einen bestimmten Teil des Darlehen zusätzlich zu den üblichen Raten tilgen kann. Wie das Sondertilgungsrecht genau ausgestaltet hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Die meisten Institute gewähren eine jährliche Sondertilgung in Höhe von 5 oder 10 Prozent der Darlehenssumme, ohne dafür Extrakosten zu erheben. Hierzu können zusätzliche Bedingungen festgelegt sein: So akzeptieren manche Anbietern die Sonderzahlung erst ab einer bestimmten Mindestsumme. Nicht alle Institute begrenzen die Sondertilgung nach oben hin außerdem durch einen Prozentsatz, sondern es gibt auch feste Maximalbeträge (z.B. maximal 5.000 Euro pro Jahr) oder einen festgelegten Spielraum, indem sich die Zahlung bewegen kann (z.B. zwischen 2.500 und 8.000 Euro maximal pro Jahr).

 

Manche Anbieter erheben Zinsaufschlag

Einige Kreditgeber verlangen für die Option zur Sondertilgung allerdings einen leichten Zinsaufschlag. Dieser kann ab dem ersten zusätzlich getilgten Euro gelten oder erst ab einer bestimmten Summe. Meist beträgt der Zusatzzins 0,1 Prozent – auf den ersten Blick kein hoher Aufschlag, doch über die gesamte Zinsbindungszeit summieren sich die Kosten. Beträgt die Darlehenssumme beispielsweise 250.000 Euro und zahlt der Kreditnehmer statt 2,5 Prozent 2,6 Prozent Zinsen, so fallen für das Darlehen mit der Sondertilgungsoption über eine 10-jährige Zinsbindungszeit immerhin 2.500 Euro mehr an Zinsen an.

 

Zinsersparnis und Laufzeitverkürzung

Nimmt der Immobilieneigentümer Sondertilgungen vor, ohne dass er dafür einen höheren Zinssatz zahlen muss, lohnen sich diese meistens, denn sie bringen ihm eine Rendite in Höhe des Effektivzinses für den Kredit. Aufgrund des derzeitig niedrigen Zinsniveaus, ist es in der Regel für Kreditnehmer rentabler eine Sondertilgungen vorzunehmen als das Geld in einem Festzins-Produkt anzulegen. Während für bestehende Baufinanzierungen meist vier, fünf oder mehr Prozent anfallen, bringen langlaufende Festgelder oder Sparbriefe lediglich maximal zwei bis drei Prozent, bei kurzlaufenden Festgeldern sowie Tagesgeldkonten liegen die Zinsen noch geringer. Lässt sich die Bank das Sondertilgungsrecht durch einen höheren Zinssatz bezahlen, sinkt die Rendite, welche der Eigentümer durch die Zahlung erzielt. Besonders schlecht schneidet derjenige Kreditnehmer ab, der sich zu einem Zinsaufschlag bereit erklärt und dann nie eine Sondertilgung vornimmt.

Außerdem: Sonderzahlungen bringen nicht nur eine einmalige Zinsersparnis mit sich, sondern der Kreditnehmer profitiert darüber hinaus – durch den Zinseszinseffekt – über die Jahre von weiteren Einsparungen. Hinzu kommt, dass sich auch die Kreditlaufzeit verkürzt. Schon durch eine etwas größere Einzahlung lässt sich die Laufzeit um ein paar Jahre reduzieren. Die Effekte – Zinseinsparung und Laufzeitverkürzung – treten um so vorteilhafter ein, je früher der Immobilieneigentümer die Sonderzahlung vornimmt. Denn wenn sich durch die Extrazahlung seine Darlehensschuld verringert, steigt zugleich der Tilgungsanteil an der monatlichen Rate und die Entschuldung beschleunigt sich. Eine Sondertilgung nach zwei Jahren bringt somit noch mehr Vorteile mit sich, als wenn der Kreditnehmer fünf Jahre nach Darlehensaufnahme die Summe außerplanmäßig an die Bank zurückgeführt hätte.