Baufinanzierung: Bausparprodukte mit Riester lohnen sich

Riester-Bausparvertrag für spätere Wohnträume

Wer in einigen Jahren ein Haus bauen möchte, kann mit einem Bausparvertrag einen Teil seiner Finanzierung gestalten. Der Ablauf: Der Bausparer schließt einen Vertrag über die gewünschte Bausparsumme ab und spart zunächst bis zur Zuteilung des Darlehens mit monatlichen Beiträgen die Ansparsumme an – von der Bausparkasse wird das vorhandene Guthaben jährlich verzinst. Nach der Zuteilung erhält der Sparer dann die Bausparsumme für die Finanzierung ausgezahlt, und es beginnt die Phase der Rückzahlung in Form von monatlichen Raten. Sowohl die Ansparzinsen als auch die Darlehenszinsen sind von Vertragsbeginn festgelegt und garantiert. Somit sichert sich der Bauherr die aktuell günstigen Zinskonditionen für ein beispielsweise in sieben oder zehn Jahren zur Verfügung stehendes Darlehen, woraus sich eine sehr große Kalkulationssicherheit ergibt. Wer hingegen ein herkömmliches Annuitätendarlehen aufnehmen möchte, kann zurzeit noch nicht absehen, wie hoch die Zinsen zum Zeitpunkt der Finanzierung einmal liegen werden. Ein zusätzlicher Vorteil bei Riester-Bausparverträgen: Der Bauherr profitiert in der Ansparphase von den staatlichen Zulagen auf die Sparbeiträge, in der Darlehensphase dienen diese Beträge als Tilgung, welche die Darlehenssumme reduzieren. Die jährlichen vollen Zulagen betragen pro Erwachsenem 154 Euro, 185 Euro gibt es zusätzlich je Kind beziehungsweise 300 Euro, wenn das Kind 2008 oder später geboren ist. Hinzu kommen eventuell noch Steuervorteile. Ein Nachteil von Bausparverträgen besteht darin, dass für diese eine Abschlussgebühr anfällt, zudem bieten Bausparkassen derzeit nur niedrige Sparzinsen in Höhe von 0,5 bis 1,5 Prozent – allerdings liegen auch die Renditen von Banksparplänen aktuell kaum höher.

 

Riester-Kombidarlehen – für die sofortige Finanzierung

Für die sofortige Umsetzung der Eigenheimpläne bieten Bausparkassen sogenannte Kombidarlehen an. Diese bestehen aus zwei Darlehen: Der Kunde schließt einen Bausparvertrag über eine bestimmte Summe ab und erhält zur Finanzierung seines Hauses ein sofortiges tilgungsfreies Vorausdarlehen in gleicher Höhe ausgezahlt. In der ersten Finanzierungsphase zahlt er nun zum einen die Zinsen auf das Vorausdarlehen sowie die Sparraten zum Aufbau des Bausparguthabens. Nach Erreichen des Mindestsparguthabens wird die Bausparsumme zugeteilt – sie setzt sich aus dem Guthaben und dem Bauspardarlehen zusammen und löst das Vorausdarlehen ab. Es beginnt die zweite Finanzierungsphase, in welcher der Kunde das Bauspardarlehen zuzüglich der Zinsen zurückerstattet.

 

Die Zinsangaben zu solchen Kombidarlehen sind allerdings meist recht undurchsichtig – denn in der Regel geben die Bausparkassen nur die Effektivzinsen für das Vorausdarlehen und das Bauspardarlehen an. Aussagekräftig ist hingegen der Gesamteffektivzins, dieser enthält außer den Zinsen auch die Sparbeiträge und Gebühren für den Bausparvertrag und liegt somit höher als die Einzelzinsen. Bei riestergeförderten Kombidarlehen sind die Bausparkassen jedoch dazu verpflichtet, den Gesamteffektivzins anzugeben. Sie lassen sich deshalb mit anderen Darlehensangeboten gut vergleichen und einige dieser Produkte liegen zurzeit deutlich günstiger als die preiswertesten Bankangebote. Zudem bieten auch diese Verträge den Vorteil der Sicherheit, da die Zinsen und Raten während der gesamten Laufzeit bis zur kompletten Rückzahlung feststehen. Kombidarlehen eignen sich vor allem für Bauherren, welche für die Darlehensrückzahlung 20 Jahre und länger benötigen und kein Zinsrisiko eingehen wollen. Wichtig: Wer sich für ein Riester-Kombidarlehen interessiert, sollte darauf achten, dass im Vertrag der Zinssatz für das Vorausdarlehen bis zur Zuteilung des Bausparvertrags festgeschrieben ist. Dann muss der Kreditnehmer keine Zinserhöhung befürchten, für den Fall, dass sich die Zuteilung verzögern sollte.