Der Baufi24 Ratgeber: Baufinanzierung & Immobilienfinanzierung
Ein Ende günstiger Baugeldzinsen bald in Sicht?
Seit Anfang April die Europäische Zentralbank die Leitzinsen von 1 Prozent auf 1,25 Prozent erhöhte, fragen sich viele Verbraucher, welche Auswirkungen dies auf die Baugeldzinsen hat. Nun hat die EZB den Leitzins auf 1,5 Prozent angehoben. Ist damit ein Ende günstiger Darlehen bald in Sicht?
Die Faktoren für den Baugeldzins
Grundsätzlich: Die Hypothekenzinsen sind noch immer sehr günstig, Deutschland hat zurzeit einen stabilen Arbeitsmarkt und die Wirtschaft brummt. Eigentlich sehr gute Voraussetzungen, um sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen. Doch nun erhöhte unlängst die EZB die Leitzinsen, dies verunsichert manche Verbraucher. Aber: Die EZB-Zinsen haben nur teilweise Einfluss auf die Zinsentwicklung bei Baufinanzierungen, sie sind jedoch aus psychologischer Sicht wichtig, künden sie doch von einer allgemeinen Zinswende. Die Leitzinsentwicklung wirkt sich auf kurzfristige Zinsen aus. Hierzu zählen insbesondere Geldanlagen wie beispielsweise Tagesgeld oder im Kreditbereich Dispozinsen. Allerdings auch auf variable Darlehen, da diese kurzfristig verzinst werden. Wer also seine Immobilie über diese Darlehensform finanziert, der muss dann tatsächlich mit höheren Zinsen rechnen.
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Bei den längerfristigen Baugeldzinsen kommen hingegen noch andere Faktoren hinzu. So ist die Angst vor einer Inflation ein Treiber der Zinsen, und auch die Frage, welche Länder noch unter den europäischen Rettungsschirm gehen, bleibt nicht ganz ohne Einfluss. Dennoch sind die Bauzinsen noch immer auf einem vergleichbar günstigen Niveau. Zwar dürften auch die Baugeldzinsen in diesem Jahr noch weiter leicht steigen, jedoch ist dies noch weit entfernt von den höchsten Ständen, die bei 8 Prozent lagen, entfernt.
Wer sich den Markt ansieht, wird feststellen, dass die Inflation noch moderat ausfällt. Eine brummende Wirtschaft und ein stabiler Arbeitsmarkt sorgen dafür, dass sich immer mehr Menschen Wohneigentum leisten können. Unter diesen Bedingungen trauen sich auch erst viele Verbraucher zu, den Schritt Richtung selbst genutzten Wohnraum zu gehen. Durch diese Nachfrage besteht im Markt die Neigung zu steigenden Bau- oder Kaufpreisen. In manchen Regionen ist dies schon zu beobachten, die Verteuerung ist jedoch noch relativ gering, mit Preisaufschlägen bis etwa 5 Prozent. Das heißt, wer sich den Traum von den eignen vier Wänden erfüllen will, der sollte bald handeln, damit eine Verteuerung der Bau- und Aufpreise nicht dazuführt, dass die günstigen Baugeldzinsen an anderer Stelle wieder aufgefressen werden.
Was sollten Kreditnehmer nun tun?
Da die Zinsen noch günstig sind, sollten bei bereits bestehenden Finanzverträgen die Konditionen geprüft werden. Das heißt, wer bereits Haus oder Wohnung finanziert, der sollte sich frühzeitig um eine Anschlussfinanzierung bemühen. So lassen sich heute bereits günstige Zinsen sichern, selbst wenn die Finanzierung erst in einem Zeitraum bis zu fünf Jahren ausläuft. Die Lösung heißt Forward-Darlehen, gegen einen geringen Zinsaufschlag werden heute schon die Zinskonditionen von morgen festgeschrieben. Damit stellt der Kreditnehmer eine verlässliche Basis für den nächsten Finanzierungsabschnitt sicher. Ideal ist dabei etwa ein Vorlauf von gut einem Jahr. Bei länger laufenden Finanzierungen kann es sein, dass der Zinsvorteil durch die Aufschläge kaum zum Tragen kommt. Wer hingegen gerade in der Phase vor einer Finanzierung steht, sollte die günstigen Zinsen für eine höhere Tilgung von 2 oder 3 Prozent nutzen, so wird die Restschuld des Darlehens zügig abgebaut und eine Anschlussfinanzierung bleibt damit noch auf einem guten Niveau. In jedem Fall ist in Zeiten günstiger Zinsen - wie jetzt - eine langfristige Zinsbindung zu empfehlen. Bei entsprechender Finanzkraft sollte zudem ein Volltilgerdarlehen in Betracht gezogen werden. Hierbei findet die Finanzierung über einen Zinsfestschreibungszeitraum meistens bis zu 20 Jahren statt.